neunerHAUS - Hilfe für obdachlose Menschen
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Frauenspezifische Arbeit

Frauenspezifische Arbeit im neunerHAUS

Setzt ein Bekenntnis zu Gendermainstreaming voraus:
Es muss die „Männerorientiertheit “ erkannt werden und die strukturellen Merkmale der Ungleichheit in Frage gestellt werden. Gleichzeitig ist auch die Frage zu bedenken, inwieweit es tatsächlich möglich sein kann in einem gemischtgeschlechtlichen Haus, einen Ausgleich im Machtunterschied zwischen Männern und Frauen zu schaffen. Dies kann nur durch frauenspezifische Arbeit erreicht werden, durch konzeptuelle und strukturelle Veränderungen.

Konzeptuelle Veränderungen:
GM und frauenspezifische Arbeit wird ins Leitbild aufgenommen - dies betrifft alle Bereiche, z.B. Finanzen, MitarbeiterInnenpolitik, die KundInnen usw.

In der Konsequenz heißt das, dass 50%aller Ressourcen den Frauen und 50%der Ressourcen den Männern zur Verfügung gestellt werden müssen.

Strukturelle Veränderungen:

  • Frauen haben einen Bedarf an Schutz und Sicherheit. Wie kann das in einem gemischtgeschlechtlichen Wohnhaus gesichert werden?(Frauenstockwerk)
  • Weibliches Fachpersonal: Netzwerkarbeit, Frauenbeauftragte
  • MitarbeiterInnenschulungen, Supervision, Fortbildungen
  • Wie kann ein Frauenanteil von 50%erreicht werden (GM)?– bevorzugte Aufnahme von Frauen bis zur Erreichung der 50%-in anbetracht der Tatsache, dass Männer in der WWH die besseren Möglichkeiten haben. dass Frauen von einem höheren Frauenanteil in den einzelnen Einrichtungen profitieren, weil sie mit einer geringeren Anzahl an Männern konfrontiert sind.
  • Parteilichkeit heißt auch, immer zu schauen, wo liegt der Vorteil der Frauen. Es kann nicht als Vorteil betrachtet werden, dass ein höherer Frauenanteil den Männer gut tut – dies bedeutet eine Ausbeutung der spezifischen Eigenschaften der Frauen. Parteilichkeit bedeutet Frauen in der Entwicklung selbstbestimmter weiblicher Identität zu unterstützen. Bei Berichten über Gewalt wird den Frauen Glauben geschenkt. Folglich sollen auch Maßnahmen ergriffen werden, um Frauen in Zukunft Schutz und Sicherheit zu bieten.
  • Empowerment = Stärkung der weiblichen Ressourcen
  • Umgang mit Gewalt – Gewalttäter müssen das Haus verlassen –Kooperation mit der Polizei (Wegweisung und Betretungsverbot)
 

Besonderer Zugang der Frauen zum neunerHAUS – die Warteliste

Der Beobachtung nach halten sich Frauen auf der Warteliste für eine Aufnahme ins neunerHAUS nicht lange. Dies lässt vermuten, dass das System „Warteliste “ männerorientiert ist. Frauen suchen sich vermutlich andere Übernachtungsmöglichkeiten (Zweckgemeinschaften), weil sie das monatelange Warten nicht tolerieren.

Männer überbrücken die Wartezeit in den städtischen Häusern und werden dort oft von den SozialarbeiterInnen aufgefordert, sich im neunerHAUS anzumelden, bzw. sich dann monatlich zu melden. Aufgrund der hohen Anzahl der Männer in den städtischen Einrichtungen und mangels Nachfolgeeinrichtungen in Form von  Dauerunterbringungen, stehen auf der Warteliste zum größten Teil Männer. Männer haben offensichtlich einen besseren Nutzen vom Hilfesystem. Die wiederholte Schlussfolgerung: das Hilfesystem ist männerorientiert.

Mögliche Verbesserungen für Frauen: 

  • Frauenstockwerk (Vorschlag:3.Stock Hagenmüllergasse, Eintrittsverbot für Männer)
  • Bevorzugte Aufnahme von Frauen bis zur Erreichung der 50%
  • Zusammenarbeit mit den anderen Einrichtungen
  • Schulung der MitarbeiterInnen – Umgang mit Gewalt....

 

Zusätzliche emanzipatorische Arbeit mit Männern:

Zusammenarbeit mit der Männerberatung (Psychologen, Sozialarbeiter)um auch in einem gemischtgeschlechtlichen Haus wie dem neunerHAUS den Männern Möglichkeit zu bieten, diesen neuen Weg des Empowerments und der Parteilichkeit aufgreifen zu können und mit ihrer eigenen Sozialisierung im Umfeld von Gewalt, Chauvinismus und Machtüberlegenheit gegenüber Frauen umgehen zu lernen.

 

Weitere Vorgehensweise im neunerHAUS

  • Gemeinsam mit dem Hausteam die Ausarbeitung von konkreten Umsetzungsstrategien und –maßnahmen mit Zeitplan
  • Explizite Implementierung des frauenspezifischen Schwerpunktes in das Betreuungskonzept =Frauen zur Zielgruppe machen
  • Einladung von WissenschaftlerInnen (Diplomarbeit)zur ein- bis zweijährigen Begleitforschung

[Konzept zu frauenspezifischen Schwerpunkt 2005 (pdf)]

 

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