1998 erklärte Wiens politische Führung, dass in unserer Stadt Obdachlosigkeit kein Problem sei. Einige engagierte BürgerInnen des 9. Bezirks sahen dies anders und wurden selbst aktiv.
Vollversorgung in Wien?
Es begann 1998: Bürgermeister Dr. Michael Häupl erklärte damals, dass die laut Statistik 5.500 obdachlosen Menschen in Wien gut versorgt seien und ortete außerdem einen Rückgang der Zahl an Betroffenen. Ja, Wiens Obdachlosenheime seien nicht einmal gänzlich ausgelastet. Ein Blick auf Wiens öffentliche Plätze zeigte allerdings ein anderes Bild: immer mehr und immer jüngere Menschen lebten und leben auf der Straße. SozialarbeiterInnen setzten die Dunkelziffer zudem deutlich höher an.
Missstände in den Obdachlosenheimen
Bei Gesprächen mit diesen Menschen wiesen manche auf die zum Teil schweren Missstände in einigen Obdachloseneinrichtungen hin. Da wollten manche von ihnen schon lieber auf der Straße als in derartigen Einrichtungen leben und schlafen. Andere wiederum hatten gar nicht die Möglichkeit zu wählen, denn in fast allen Obdachlosenheimen herrscht Alkoholverbot. Schwer alkoholkranke Menschen waren somit praktisch ausgeschlossen.
Einbeziehung der Betroffenen
Und so starteten engagierte BürgerInnen des 9. Bezirks gemeinsam mit den Betroffenen rund um den Franz-Josefs-Bahnhof das Projekt neunerHAUS als ein Wohnprojekt für obdach- und wohnungslose Menschen, das sich von vielen anderen unterscheiden soll. Die Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen wurden in das Betreuungskonzept einbezogen. Neben der Linderung von Leid und Entbehrung wollen wir körperliche Gesundheit, persönliche Stabilisierung, soziale und berufliche Integration fördern und den BewohnerInnen ein Leben in Würde ermöglichen.








