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BAWO fordert Sofortmaßnahmen für obdachlose Menschen in der Corona-Krise

|   Aktuelles

neunerhaus unterstützt die Forderungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAWO) an die Politik.

Von der Corona-Krise sind obdach- und wohnungslose Menschen besonders betroffen: Viele sind chronisch krank und in einem schlechten Gesundheitszustand. Wer auf der Straße lebt, kann Sozialkontakte kaum vermeiden. Auch können sich obdachlose Menschen nicht mit dringend benötigten Hygieneartikeln wie Seife oder Desinfektionsmittel eindecken oder gar Vorräte anlegen.

Die BAWO hat nun in einer Stellungnahme umfassende Sofortmaßnahmen gefordert, um diese besonders gefährdete Personengruppe zu schützen und eine weitere Verbreitung des Corona-Virus zu vermeiden. neunerhaus unterstützt diese Forderungen.

„Die BAWO appelliert an die Bundesregierung und an die Bundesländer, Gemeinden und Kommunen: Wir dürfen wohnungs- und obdachlose Menschen nicht aus unserem solidarischen System ausschließen. Stattdessen müssen wir sie ebenfalls bestmöglich schützen“, sagt Elisabeth Hammer, neunerhaus-Geschäftsführerin und Obfrau der BAWO.

5 Sofortmaßnahmen – die wichtigsten Forderungen der BAWO zusammengefasst:

1. Obdachlosigkeit verhindern

Delogierungen und Energie-Abschaltungen sofort aussetzen!

2.Obdachlosen Menschen ermöglichen, sich zurückzuziehen und Sozialkontakte zu vermeiden

Notquartiere und Notschlafstellen sollen möglichst ganztägig und Winter-Notschlafstellen auch weiterhin geöffnet bleiben – ebenfalls ganztägig. Ausweitung der Angebote an Tageszentren für obdachlose Menschen. Es sollte geprüft werden, ob zusätzliche Wohnmöglichkeiten (nach Möglichkeit Einzelräume) bereitgestellt werden können. Außerdem sollten Streetworker verstärkt obdachlose Menschen aufsuchen und sie über die Lage informieren.

3. Ressourcen für die Wohnungslosenhilfe aufstocken

Weil sich derzeit der Betreuungsaufwand von obdach- und wohnungslosen Menschen stark erhöht, sollten auch die finanziellen Mittel entsprechend aufgestockt werden. Besonders wichtig sind in der Krise mehr Unterbringungsangebote für Menschen, die von Gewalt betroffen sind – dies betrifft vor allem Frauen, denn: Beengte und prekäre Wohnverhältnisse führen zu erhöhtem Stress und mehr Gewalt.

4. Barrieren im Zugang zum Gesundheitssystem aufgrund von Obdach- oder Wohnungslosigkeit abbauen

Auch Nichtversicherte sollen medizinische Leistungen in Anspruch nehmen können. Damit sich auch obdach- oder wohnungslose Menschen ohne Angst vor Stigmatisierung behandeln lassen können, sollte ein niederschwelliger Zugang zum Gesundheitssystem sichergestellt werden – hierzu zählen explizit auch psychiatrische Hilfsangebote, die es auszuweiten gilt.

5. Notwendigkeit von Behördengängen einschränken

Behörden sollten Fristen möglichst strecken, um negative Folgen für AmtragstellerInnen zu verhindern. Dies betrifft insbesondere Kontakte zu AMS, Sozialhilfe-Stellen, Meldeämtern und Behörden, die mit fremden- und aufenthaltsrechtlichen Fragen beschäftigt sind.

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Obdachlos Corona
Foto: c) Christoph Liebentritt
Obdachlos Corona
Foto: c) Christoph Liebentritt