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»Der persönliche Kontakt ist wichtig«

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So war 2020: Peer-Mitarbeiter Robert Helmstreit erzählt aus seinem Arbeitsalltag im neunerhaus Billrothstraße.

"Am Anfang der Pandemie sind die Bedürfnisse von wohnungslosen Menschen komplett untergegangen in der Öffentlichkeit. Jeder hat nur auf sich geschaut. Die Gesellschaft hat sich eigentlich abgespalten.

Mittlerweile ist mehr Bewegung drinnen und das wird sich auch verstärken, weil mehr Menschen obdachlos werden, zum Beispiel durch Delogierungen oder Arbeitslosigkeit. Wenn der Jobverlust da ist, geht eins ins andere. Ich weiß selber, wie das ist. Ich war ja auch in der Situation.

Der persönliche Kontakt zu den BewohnerInnen ist sehr wichtig, gleichzeitig gab es durch Corona viele Einschränkungen. Wir haben auch meine Arbeit angepasst: Es gab keine Gruppen oder Versammlungen mehr, aber Einzelgespräche und vereinzelte Aktivitäten fanden statt, etwa im Hof. Die Herausforderung bestand vor allem darin, diese Frage zu beantworten: Was kann ich überhaupt tun?

Aktiv auf die BewohnerInnen zugehen

In meiner Arbeit bin ich für jede Frage der BewohnerInnen offen – von A bis Z, ob es um Entlastungsgespräche geht oder Briefe, die beantwortet werden müssen, bis hin zu persönlichen Fragen. Ich bin da sehr flexibel und das wissen die Leute auch. Auf Neuzugänge gehe ich aktiv zu. Ich stelle mich vor und sie wissen zumindest, dass es mich gibt und wer ich bin, wer ich war, dass ich auch hier gewohnt habe und was jetzt meine Aufgabe ist. Ich habe zum Beispiel ein Informationsblatt für Wohnungsbesichtigungen entworfen. Das haben alle, die vor dem Auszug standen, mitbekommen als Ersatz, weil ich nicht mitgehen konnte.

Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen, dass ich da arbeiten darf, wo ich früher selbst gewohnt habe. Ich kenne das Haus und die Abläufe, das hilft mir schon sehr viel. Ich habe in dem Jahr auch sehr viel dazugelernt, zusätzlich zu meinem Erfahrungsschatz. Ich war mein ganzes Leben lang wissbegierig und habe nie aufgehört, zu lernen."

Robert Helmstreit, Peer-Mitarbeiter im neunerhaus Billrothstraße
Foto: (c) Christoph Liebentritt

 

 

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Robert Helmstreit in seinem Arbeitsplatz neunerhaus Billrothstraße, Foto: (c) Christoph Liebentritt