Hilfe Info Spenden ZUSAMMENHALTEN
+43 1 990 09 09 900
jetzt spenden

»Die Tür zur Praxis sollte allen offen stehen«

|   Aktuelles

Schlechte Zähne sind nicht nur ein Gesundheitsrisiko – sie lösen auch Ausgrenzung aus, sagt neunerhaus Geschäftsführerin Elisabeth Hammer.

Ein Mann, der wohnungslos war, stirbt laut Statistik Austria um 20 Jahre früher als ein Mann, der nicht wohnungslos war. Das zeigt, wie stark sich Armut auf die Gesundheit auswirkt. Dabei sollte medizinische Versorgung keine Frage des Vermögens sein – sie ist ein Menschenrecht.

Bei den Zähnen sieht das aber oft anders aus: Zahngesundheit muss man sich leisten können. Das spüren wir alle. Für armutsbetroffene Menschen hat das weitreichende Folgen. Schlechte Zähne sind nicht nur ein Gesundheitsrisiko. Sie sind zudem Auslöser und Verstärker für Stigmatisierung und Ausgrenzung. Die neunerhaus Zahnarztpraxis im Gesundheitszentrum hat sich in den vergangenen zehn Jahren als Anlaufstelle für obdachlose und nichtversicherte Menschen etabliert. Und das nicht etwa als Nischenprogramm, sondern als zentraler Teil des Wiener Gesundheitswesens. Denn durch unsere tägliche Arbeit können wir für das gesamte System Impulse geben, Schwachstellen aufzeigen und konkrete Lösungsvorschläge fordern. Gerade bei vulnerablen Zielgruppen gibt es viel
Verbesserungspotenzial.

"Unser Ziel: Hürden abbauen"

Um Chancengleichheit zu erreichen, braucht es vor allem eines: niederschwellige Angebote. Wer zu uns kommt, wird beraten und medizinisch versorgt. Unabhängig von Versicherungsstatus oder Einkommen. Viele unserer PatientInnen waren jahrelang nicht mehr beim Arzt. Zu groß sind oft Hürden wie Sprachbarrieren, Scham, die Angst vor Kosten – oder das fehlende Wissen, wohin man sich wenden soll. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diese Hürden abzubauen. Denn auch wenn wir uns wohl heimlich alle vor dem nächsten Zahnarztbesuch fürchten: Die Türen zur Praxis sollten allen offen stehen.

 

>> Dieser Beitrag erschien erstmals in neuner News #39 – dem Magazin von neunerhaus.
 

Weiterlesen:

   
  

Zurück
Elisabeth Hammer, neunerhaus Geschäftsführung
Foto: Christoph Liebentritt