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»Es braucht leistbaren Wohnraum!«

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Andreas L., 52 Jahre, war nach seiner Delogierung jahrelang wohnungslos. Jetzt schmiedet er wieder Zukunftspläne.

Andreas L. ist das, was man ein „Wiener Original“ nennt – nicht nur, weil er sein ganzes Leben hier verbracht hat. Die Frage, ob er sich fotografieren lasse, beantwortet er prompt: „Zum Schönheitssalon geh ich aber nicht extra.“ Auch jahrelange Wohnungslosigkeit konnte ihm den „Schmäh“ nicht nehmen. Im neunerhaus Hagenmüllergasse hat der 52-jährige auch seine eigenen vier Wände zurück.

20 Jahre ist es her, dass Andreas L. wegen Mietschulden delogiert wurde. Da er stets bei FreundInnen und Bekannten unterkam, blieb ihm die Straße erspart. „Kaum jemand kann sich vorstellen, was es heißt, kein Zuhause zu haben. Leute kannte ich zum Glück genug. Echte Freunde kann man im Leben aber an einer Hand abzählen“, sagt Andreas L. nachdenklich. 20 Jahre lang war der gelernte Installateur im Bühnenaufbau tätig. Arbeit bis in die Morgenstunden, Anstrengung und Stress gehörten ebenso dazu wie durchzechte Nächte nach Dienstschluss. „Alkohol gilt in unserer Gesellschaft ja als normal. Aber irgendwann musste ich mir eingestehen, dass ich ein Problem hatte.“
 

"Jeder braucht eine Perspektive"

Andreas L. schaffte den Entzug. „Das war hart, aber das einzig Richtige. Sonst wäre ich heute nicht mehr da.“ Im neunerhaus Hagenmüllergasse kam Andreas L. schließlich zur Ruhe. Mit der Unterstützung der SozialarbeiterInnen konnte er wieder Zukunftspläne schmieden. Einem Neuanfang standen aber die Schulden von damals im Weg. Da Andreas L. aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, bezieht er eine kleine Pension. „Vom Existenzminimum etwas auf die Seite zu kriegen, das geht nicht von heute auf morgen. Aber ich hab es geschafft und endlich alles abbezahlt.“ Noch vor dem Sommer könnte es mit einer Gemeindewohnung klappen.

Was denkt er mit seiner Geschichte über Obdachlosigkeit? „Es braucht leistbaren Wohnraum. Das spüren wir alle. Auch immer mehr junge Leute können sich das Leben nicht mehr leisten“, sagt er. Menschen würden heute zunehmend mit ihren Problemen alleine gelassen. „Dabei braucht jeder eine Perspektive.“

Fotos: (c) Christoph Liebentritt

 

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>> Dieser Beitrag erschien erstmals im Magazin neuner News #40.

 

 

 

 

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