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»Es ist mir wichtig, dass die Menschen ein Dach über dem Kopf haben«

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Ein Gespräch mit Otto Zitko über Kunst und Obdachlosigkeit. Der Künstler unterstützt die neunerhaus Kunstauktion bereits seit vielen Jahren.

Die neunerhaus Kunstauktion findet heuer zum 21. Mal statt – traditionell im MAK und auch dieses Jahr wieder online. Ein Gespräch mit dem Künstler Otto Zitko.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Otto Zitko: Eigentlich als Kind über meinen Großvater. Ich habe ihn nie selbst kennengelernt, aber er war Hobbyschnitzer und Hobbymaler. Und weil es bei der Oma so fad war (lacht), habe ich gestöbert und bin auf die Skizzenbücher und Bilder von meinem Großvater gestoßen. So bin ich zum Zeichnen gekommen. Ab 13, 14 Jahren war für mich ganz klar: Ich gehe auf die Akademie der bildenden Künste in Wien. Ich bin dann nicht auf die Akademie, sondern auf die Universität für angewandte Kunst in Wien gegangen und habe dort Kunsterziehung und Malerei studiert. Ich habe nie abgeschlossen, aber Glück gehabt, dass ich eigentlich von der Uni weg direkt meine erste Ausstellung hatte.

Welches Kunstwerk spenden Sie?

Otto Zitko: Es ist diesmal eine eher große Arbeit, eine Lithografie, eine Druckgrafik. Ich mache ganz gerne Druckgrafik. 

Wie haben Sie von der neunerhaus Kunstauktion erfahren?

Otto Zitko: Ich bin ja schon lange dabei. Man wird von diversen Hilfsorganisation kontaktiert und ich bin gerne bereit, was beizutragen. Es ist super, dass es solche Veranstaltungen gibt. Das war so ein regelrechter Boom in den letzten Jahren. Ich will auch nicht überall mitmachen, sondern dort, wo ich davon ausgehen kann, dass damit Gutes getan wird. 

Welche Bedeutung hat es für Sie, mit Ihrer Kunst Gutes zu tun?

Otto Zitko: Es ist mir wichtig, dass die Menschen ein Dach über dem Kopf haben. Das ist ein Grundbedürfnis und ein Grundrecht.

In welchen Momenten hat Ihnen Kunst selbst schon einmal geholfen?

Otto Zitko: Die Kunst ist ständig da, um mir zu helfen. Es gelingt nicht immer. Wenn es mir schlecht geht, geht es nicht. Auch wenn man es gerade dann machen sollte. 

Erinnern Sie sich an eine konkrete Begegnung mit einem obdachlosen Menschen?

Otto Zitko: Ich war als Jugendlicher in Paris und da habe ich Leute unter der Brücke gesehen, die sogenannten Chlochards. Bei uns hat es damals noch kaum Obdachlose gegeben. Einer ist immer in Wien beim kleinen Café am Franziskanerplatz gestanden. Damals hat es aber noch kein neunerhaus oder andere Einrichtungen gegeben. Ich habe mit ihm geredet und er war froh, wenn er ein Bier bekommen hat. Mir war immer rätselhaft, wie die Leute überleben. 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Kunst, die Gutes tut: 21 Jahre neunerhaus Kunstauktion

Die neunerhaus Kunstauktion findet zum 21. Mal statt. 196 Kunstwerke wurden für die diesjährige Auktion von KünstlerInnen gespendeten. Mit den Erlösen werden seit über 20 Jahren obdach- und wohnungslose Menschen mit Wohnen und medizinischen Angeboten unterstützt. Heuer findet die Auktion am Montag, 8.11.2021, im MAK und online statt.

Hier erfahren Sie, wie Sie online mitbieten können!

Alle Werke der 21. neunerhaus Kunstauktion als Galerie zum Durchklicken oder den gesamten Katalog als pdf zum Download!

Mehr dazu:

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Fotos: (c) neunerhaus

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