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Herr B.: »Nach Corona wieder ins Fitness-Studio«

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Herr B. wohnt im neunerhaus Kudlichgasse. Dass im Erdgeschoss des Hauses ein Arzt regelmäßig Sprechstunden anbietet, findet er sehr praktisch.

"Direkt bei uns im neunerhaus Kudlichgasse gibt es ja eine Ordination: Der Doktor Sarhan, der ist unheimlich nett. Das ist sehr gut und praktisch. Ich habe ja eine Krankheit: Prostatakrebs. Das war schon ein Schock, wie ich das erfahren habe. Eine Operation wollte der Arzt mir nicht mehr antun. Alle drei Monate kriege ich nun eine Spritze zur Hormontherapie.

Bis vor kurzem hatte ich noch einen Katheter. Da war ich sehr unglücklich, weil ich konnte in kein Schwimmbad und nix mit dem depperten Ding. Also, der Sommer war für mich nicht leiwand. In einer Nacht hatte ich furchtbare Schmerzen, da habe ich auf meine Notfalluhr gedrückt und bin ins Spital gefahren wurden. Der Oberarzt war sehr nett. Der hat gesagt: ‚I probier’s einmal und wenn Sie im Taxi sitzen und es geht nimmer, dann müssen wir den Katheter wieder einsetzen.‘ Ich hatte eine Schutzhose an und es ist alles heil geblieben. Und seitdem ist alles normal.

Ich muss auch meine Augen operieren lassen, weil ich Grauen Star habe. Dann kriege ich künstliche Linsen. Das Sehen hat sich leider auch verschlechtert. Beim Fernsehsehen tue ich mich schon schwer. Aber ich habe einige Leute gefragt und alle sagen, dass es eine Routine-Operation ist.
Seit einem Unfall vor fünf Jahren habe ich größere Probleme mit meinem Oberschenkel. Das ist in meinem Alter nicht lustig. Lange Zeit bin ich mit zwei Krücken gegangen. Aber jetzt nehme ich auch öfter den Rollator, ich bin sicherer geworden. Ich bin schon noch gut drauf, auf gut Wienerisch gesagt. Ich bin wirklich sehr zufrieden.

Im neunerhaus Kudlichgasse bin ich, glaube ich, eh der Älteste. Früher bin ich drei Mal in der Wochen ins Fitnesscenter gegangen. Der Arzt hat mir gesagt: Bewegung ist das Wichtigste. Wenn die nach Corona wieder aufmachen, will ich wieder ins Fitnessstudio gehen."
–Herr B., 82 Jahre

Herr B. hat ein bewegtes Leben hinter sich – mit vielen Höhen und auch einigen Tiefen. Geboren in den USA kam er 1971 nach Wien und arbeitete als Schauspieler und Regieassistent. Nach dem Tod seiner Lebenspartnerin stürzte Herr B. in eine tiefe Krise, als Folge verlor er auch sein Zuhause. Nach einem dreimonatigen Aufenthalt in einem Übergangswohnheim lebt er nun seit drei Jahren im neunerhaus Kudlichgasse.

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