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»Ich habe es geschafft«

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Über zwei Jahre lang obdachlos, jetzt wieder den eigenen Schlüssel in der Hand.
„Ich habe es geschafft“. Günther M. im Porträt.

„Ein Dach über dem Kopf, mehr nicht. In der Früh bin ich durchgefroren und mit Schmerzen aufgewacht“, erinnert sich Günther M. Über zwei Jahre lang war er obdachlos. Mal schlief er auf der Straße, mal in einem unbewohnten Haus, ohne Warmwasser und Heizung. Im Winter pfiff der Wind durch die undichten Fenster. „Das war keine schöne Zeit“, sagt Günther M.

Günther M.s Leben begann behütet...

Seine Familie hatte eine Gastwirtschaft und Weinberge. Die Beziehung zu den Eltern war gut – vor allem zu seiner Mutter, die eine starke soziale Ader hatte. Mit ihr fuhr Günther M. als Kind an Orte der Obdachlosigkeit in Wien, wie den Franz-Josefs-Bahnhof, um den Menschen dort ein wenig Geld zu geben. „Es ging darum, mit jenen zu teilen, die es weniger gut getroffen hatten“, erinnert sich Günther M. Was er nicht ahnte: Jahre später würde er selbst Hilfe in Anspruch nehmen müssen – und zwar von der Sozialorganisation, die genau an diesem Ort gegründet wurde: neunerhaus.

...und war lange stabil, aber...

Mit 25 hatte er einen rentablen Job als Schädlingsbekämpfer. Seine gute finanzielle Lage verleitete ihn jedoch zum Glücksspiel. Als seine große PorträtLiebe scheiterte, rutschte er zusehends in die Alkoholsucht. Eine zweite Beziehung gab acht Jahre Halt, bis auch diese scheiterte. Günther M.s Lage wurde immer prekärer. 2014 verlor er seinen Job und konnte die Miete nicht mehr zahlen. Die Folge: Delogierung.

Über zwei Jahre verbrachte Günther M. auf der Straße

bis er von neunerhaus Unterstützung erhielt. Seit 2018 wohnt er im neunerhaus Hagenmüllergasse. „Als ich wieder meinen eigenen Schlüssel in der Hand hatte, wusste ich: jetzt geht es bergauf“, sagt er, den metallenen Gegenstand fest umschlossen. „Bald ziehe ich in eine kleine Wohnung und kann in meinen alten Job zurück. Ich habe es geschafft.“

 

Fotos: (c) Christoph Liebentritt

 
 

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