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»Krise als Humus für neue Ideen«

|   Aktuelles

neunerhaus Geschäftsführerin Elisabeth Hammer darüber, wie wichtig es gerade in einer Krise ist, innovativ zu sein.

Vor über einem Jahr hat uns die Pandemie alle überrumpelt – auch bei neunerhaus, obwohl in einer Sozialorganisation Krisen nicht unbekannt sind und MitarbeiterInnen sich nicht schnell aus der Ruhe bringen lassen. Schlagartig waren wir aber alle auch Betroffene, verunsichert und voller Sorge um Angehörige und FreundInnen. Plötzlich war die Grenze zwischen privat und beruflich weniger klar und aufeinander zu achten wichtiger denn je.

Nach dem ersten Schock haben wir auch gemerkt: Eine Krise kann wie Humus für neue Ideen und Veränderung sein – wenn man die Angst vor dem Scheitern hintan stellt. Wenn es um den schnellen Schutz von Menschen geht, ist nicht die Zeit für ein perfektes Konzept mit mehrmonatiger Probezeit. Dann braucht es Leute, die sich trauen, ihre Ideen zu äußern und anpacken, um sie umzusetzen. Dank unserer MitarbeiterInnen, die das getan haben, sind uns schnelle und kreative Antworten auf die Krise gelungen.

Als viele Menschen im ersten Lockdown Hunger litten, riefen wir binnen weniger Tage eine kostenlose Essensausgabe ins Leben – und hielten sie unterstützt von vielen Freiwilligen und SpenderInnen aufrecht, bis das neunerhaus Café in der Margaretenstraße 166 wieder öffnen durfte. 14 Tage nach Beginn des ersten Lockdowns startete im Auftrag der MA15 und in Kooperation mit dem FSW das neunerhaus
Gesundheitstelefon. Als Akutangebot gedacht, blieb es die ganze Zeit über wertvolle Stütze für MitarbeiterInnen aus der Wohnungslosenhilfe sowie aus Frauenhäusern, Flüchtlingshilfe und Behindertenhilfe. Fast 4.400 Mal wurde die telefonische Beratung rund um Covid-19 bis zum Jahresende in Anspruch genommen.

In der Krise innovativ zu sein funktioniert nur mit einer starken Grundhaltung, die von allen mitgetragen wird. „Gesundheit für alle“ – das meinen wir bei neunerhaus genauso, wie es dasteht. Und so wussten selbst in den chaotischen ersten Pandemiewochen alle, was zu tun war, um für die Menschen da zu sein. Dass „du bist wichtig“ bei uns mehr als ein Slogan ist, hat uns als Organisation gestärkt und ein Stück weit auch getragen. Denn die Sorge umeinander, im Beruflichen wie im Privaten, ist Grundbedingung für gemeinsame Krisenbewältigung – und im Idealfall bleibt dann sogar Raum für neue Ideen.

  • Elisabeth Hammer, neunerhaus Geschäftsführung

Foto: (c) Christoph Liebentritt

 

Dieser Beitrag erschien erstmals in Ausgabe #43 des Magazins neuner News.

 

 

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