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»Kümmern sich obdachlose Menschen gut um ihre Hunde?«

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Sandra Dressel von der neunerhaus Tierärztlichen Versorgung berichtet von ihren Erfahrungen mit den KlientInnen und ihren Vierbeinern.

Der Frage "Kümmern sich obdachlose Menschen gut um ihre Hunde?" gehen wir im Interview mit Sandra Dressel auf den Grund. Als Organisatorische Teamleitung der neunerhaus Tierärztlichen Versorgung hat sie schon unzählige Stunden mit KlientInnen der Wohnungslosenhilfe und ihren treuen Gefährten verbracht. In der Tierärztlichen Versorgung kümmern sich ehrenamtliche TierärztInnen seit 2010 um die Tiere obdach- und wohnungsloser Menschen in Wien.

 

Was unterscheidet die Tierärztliche Versorgung von einer „normalen“ Ordination?

Sandra Dressel: Die KundInnen in der normalen Praxis lieben ihre Tiere, aber die innigere Beziehung haben unsere KlientInnen. Das sieht und spürt man. Ich traue es mich sagen: 80 Prozent der Hunde unserer KlientInnen sind wohlerzogener (lacht).

Die Probleme entstehen dann erst, wenn ein Mensch, der lange obdachlos war, wieder eine Wohnung hat und der Hund mit dem Alleinsein nicht zurechtkommt. Die verweisen wir dann an die KollegInnen, die so etwas mit TiertrainerInnen therapieren können.


Gibt es Momente, in denen du deine Arbeit besonders magst?

Dressel: Ich muss wegen der Sprechstunde jedenfalls multitaskingfähig sein, Hundegebell kann ich mittlerweile ausblenden. An eher ruhigen Tagen fehlt mir schon fast etwas (lacht).

Und wenn die Leute extra nochmal kommen, um sich zu bedanken: Es gibt eine Klientin, der wir Medikamente für ihren Hund geben und die kommt manchmal und drückt mir ein paar Euro in die Hand. Ich sage dann: ‚Du weißt aber schon, dass das nicht notwendig ist?‘ Aber sie will das.

Was ist Tierliebe für dich?

Dressel: Sie hat jedenfalls nichts mit dem Geldbeutel zu tun. Wir haben viele KlientInnen, die draußen schlafen. Wenn es abends kühl ist, liegt der Hund im Schlafsack, dass er es nicht kalt hat - und der Mensch schläft daneben.

Fotos: (c) Christoph Liebentritt

 

Mit #guteFrage beantwortet neunerhaus häufig gestellte Fragen rund um Obdach- und Wohnungslosigkeit. Das Format lebt vom Input der LeserInnen: Wir freuen uns über Fragen per E-Mail (Betreff: Gute Frage) - wir recherchieren Zahlen, decken Mythen auf und befragen Betroffene oder ExpertInnen.

 

 

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