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»Man vermisst sich gegenseitig«

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So war 2020: Peer-Mitarbeiter Christopher Labenbacher erzählt aus seinem Arbeitsalltag im neunerhaus Gesundheitszentrum.

"Wenn ich an 2020 denke, fällt mir als Erstes der Mund-Nasen-Schutz ein. Dieses Bild ist für mich so übermächtig.

Die Menschen sind verunsichert und wünschen sich ein Ende der Pandemie oder zumindest eine Aussicht darauf. Ich merke, dass bei wohnungslosen Menschen die Verzweiflung zunimmt. Wobei das nicht nur auf sie zutrifft. Überall steigt der Leidensdruck, überall erkranken Menschen psychisch. Überall vermisst man sich gegenseitig.

Durch die Pandemie kamen 2020 noch mehr Menschen zu uns ins neunerhaus Gesundheitszentrum, gleichzeitig konnten wir durch die Sicherheitsvorkehrungen weniger hereinlassen. Das bedeutete für unsere KlientInnen längere Wartezeiten, mehr Stress und im Winter ein zusätzliches Gesundheitsrisiko durch das Warten in der Kälte. Wenn man in prekären Umständen lebt, kann eine Situation, die andere Menschen in sicheren Wohnverhältnissen und mit einer guten Gesundheitsversorgung gut wegstecken, schnell zu einer existenziellen Krise werden.

Wir haben unsere Stärke entdeckt

Auch für uns MitarbeiterInnen war es anstrengend, aber wir haben dabei unsere Stärke entdeckt – dass wir einander gern haben, wertschätzen und gut zusammenarbeiten.

In der Vergangenheit habe ich selbst Erfahrung mit Wohnungslosigkeit und Suchterkrankungen gemacht, aber ich muss hier keine Angst haben, etwas Falsches zu sagen. Im Gegenteil: Meine KollegInnen schätzen alles, was ich an Erfahrung einbringen kann. Es ist einfach ein gutes Gefühl, in so einem Umfeld zu arbeiten."

Christopher Labenbacher, Peer-Mitarbeiter im neunerhaus Gesundheitszentrum
Foto: (c) Christoph Liebentritt

 
 

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