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Maske ab: »Wir schämen uns nicht!«

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Vorbei mit der Scham: Die Models der Kampagne "Schande und Scham" zeigen bei der neunerhaus Aktion mit prominenter Unterstützung von ORF-Schauspielerin Gerti Drassl Selbstbewusstsein und Gesicht.

#keineSchande hieß es bei der Aktion vor dem neunerhaus Café im Fünften Wiener Gemeindebezirk. Dabei setzten UnterstützerInnen der aktuellen neunerhaus Kampagne noch einmal ein starkes Zeichen gegen Scham und Beschämung obdachloser Menschen. "Gemeinsam senden wir die klare Botschaft : Obdach- oder wohnungslose Menschen sollten sich nicht schämen müssen", so Daniela Unterholzner, neunerhaus Geschäftsführung. "Denn Obdach- und Wohnungslosigkeit sind keine persönliche Schande, sondern ein Versagen unseres Zusammenhalts. Mit Plakaten, Videos und einer Kommunikations-Offensive wollen wir dazu beitragen, dass Ausgrenzung und Beschämung der Vergangenheit angehören", unterstreicht Flora Eder, Leitung der Kommunikation bei neunerhaus.

Prominente Unterstützung kam von ORF-Schauspielerin Gerti Drassl, die vor allem durch ihre Rolle in den "Vorstadtweibern" bekannt ist. Bei der Aktion ebenso mit dabei waren BewohnerInnen von neunerhaus sowie ein Peer, die sich für die Plakate in mittelalterlichen Schandmasken ablichten lassen hatten, genauso wie die Werbeagentur HAVAS, die die Kampagne konzipiert hat.

 

René, Plakatmodel:

"Als ich selbst keine Wohnung gehabt habe, war ich damit beschäftigt, wieder eine Wohnung zu bekommen. Jetzt ist es Zeit, dass ich auch meine Meinung zu dem Thema sage. Ich möchte aufstehen und etwas sagen. Wenn keiner etwas sagt, wird sich nichts ändern.

Dass es Obdachlosigkeit gibt, ist eigentlich eine Frechheit. Wir sind alle nur Menschen und man kann auch mal krank werden, oder es läuft auch mal nicht so, oder verliert den Job. Das Ding ist: die Leute, die das vielleicht nicht so verstehen, denen ist es vielleicht noch nicht passiert, dass sie Probleme gehabt haben oder den Job verloren haben.

Den Menschen, die es jetzt betrifft, möchte ich helfen. Mir ging’s auch einmal nicht gut damit und ich will zeigen, dass es jemanden gibt, der etwas zu sagen hat. Ich möchte Mut machen."

 

Marcel, Plakatmodel:

"Für mich war es sehr schwer, selbst Hilfe anzunehmen. Ich habe sehr lange dafür gebraucht zu akzeptieren, wie es ist. Letzten Endes konnte ich nicht mehr und ich musste Hilfe annehmen. Deshalb denke ich, dass es wichtig ist, dass man von der Gesellschaft so akzeptiert wird wie man ist. Und die Möglichkeit auch ohne einem schlechten Gewissen nutzen kann.

Tun wir einfach alle was dagegen. Zusammen können wir das schaffen."

 

Manuela, Plakatmodel:

"Es braucht mehr Verständnis für wohnungslose Menschen. Betreffen kann es jeden – jederzeit. Das sind Menschen wie du, wie jeder andere. Sie sind nicht besser oder schlechter als alle anderen auch. Deshalb ist es wichtig, über Scham und Ausgrenzung zu reden."

 

Wolfgang, Plakatmodel:

"Die meisten Leute schauen weg, beachten dich nicht,  steigen drüber über dich und gehen einfach weiter. Das ist halt so.

Unsere Gesellschaft sollte offener, freundlicher sein. Nicht wegschauen, sondern auf Menschen zugehen. Das machen die meisten nicht – leider. Hören wir damit auf, mit dem Finger auf andere Leute zu zeigen."

 

Gerti Drassl, Schauspielerin:

"Ich selber finde Scham ein ganz furchtbares Gefühl. Ich habe es oft in meinem Leben empfunden. Und Jeder von uns kennt das Gefühl und wie unangenehm es ist, wenn man sich für etwas schämt.

Scham bedeutet für mich auch, sich zu verstecken und zu denken, nicht gut genug für etwas zu sein. Das finde ich besonders schlimm. Deshalb wünsche ich mir, dass es das Gefühl Scham weniger gibt – dafür dürfen wir es als Gesellschaft nicht Menschen übertragen, die in einer Situation sind, die gerade sehr schwierig ist.

Tun wir alle gemeinsam was gegen Beschämung!"

 

Alexander Rudan, Executive Creative Director HAVAS Wien:

"Scham ist eigentlich eine Reaktion auf ein Brechen mit Konventionen. In unserer Leistungsgesellschaft ist das Versagen und das Ausfallen und das sich-nicht-mehr-integrieren-können mit Schande behaftet. Deshalb kommt es auf Seite der betroffenen Menschen zu diesem Schamgefühl. Dagegen gilt es etwas zu tun, denn die Projektion dieser Schande ist falsch und gehört beseitigt.

Wir wollen mit diesen Bildern einen Diskurs anstoßen. Gerade auch, da oft gefragt wird: Warum helfen sich obdach- und wohnungslose Menschen nicht? Warum gehen sie nicht einfach arbeiten?

Ich habe gelesen, dass das Immunsystem im Moment der Scham einen Botenstoff ausschickt, der wie bei einer Infektion wirkt – der uns tatsächlich körperlich schwächt und lähmt. Wenn man sich vorstellt, dass man diese Scham tagein tagaus verspürt, braucht man sich nicht zu wundern, dass man sich nicht eigeninitiativ aus diesem Tief befreien kann. Dazu braucht es Hilfe – und zum Glück gibt es da die Sozialorganisation neunerhaus, die weiß, wie man sinnvoll und nachhaltig helfen kann."

 

 

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Alle Fotos: (c) Christoph Liebentritt

   

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René
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neunerhaus Geschäftsführerin Daniela Unterholzner mit Schauspielerin Gerti Drassl
HAVAS Wien, Werbeagentur
v.l.n.r.: Marcel, Gerti Drassl, Wolfgang, René