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neunerhaus Café: Vom Rand in die Mitte

|   Aktuelles

Wir brauchen Räume, in denen der Exklusion obdachloser Menschen entgegengewirkt wird, sagt neunerhaus Geschäftsführerin Elisabeth Hammer.

Haben Sie schon einmal das neunerhaus Café besucht? Anfang 2018 öffnete das jüngste neunerhaus Angebot seine Pforten. Hinter der Gaumenfreude steckt auch eine Portion Experimentierfreude: Einer der Ansprüche des Cafés ist es, der Exklusion von obdachlosen, wohnungslosen und nichtversicherten Menschen entgegenzuwirken, die sonst Teil ihres Alltags ist. In einer Gesellschaft, in der alles, jede und jeder optimiert und auf Hochglanz poliert wird, wäre es uns am liebsten, wenn Armut und Ausgrenzung nicht sichtbar wären. Doch „aus den Augen, aus dem Sinn“ hat noch selten Probleme gelöst. Auch deshalb braucht es Orte, an denen die ungeschriebenen, aber mächtigen Gesetze der Zuschreibungen und Zugehörigkeiten nicht gelten. An denen niemand schief angeschaut
oder sogar hinauskomplimentiert wird.

Wir tragen alle gemeinsam die Verantwortung dafür, ob in unserer Gesellschaft Menschen an den Rand gedrängt werden und wie schwer oder leicht es ihnen gemacht wird, zurück in die Mitte zu gelangen. Ob wir die Einsamkeit vieler Menschen hinnehmen oder uns Lösungen einfallen lassen.

Umso wichtiger ist, dass wir Räume schaffen, wo alle gleich – und gleich willkommen – sind. Das neunerhaus Café ist als Ort voller Möglichkeiten gedacht: des Dürfens, aber nicht Müssens, der Begegnung oder des In-Sich-Ruhens, des Genießens und Verweilens. Alle dürfen hier sein, auf Wunsch konsumieren oder Beratung von den anwesenden SozialarbeiterInnen bekommen. In andere Rollen schlüpfen, Tisch und Lebensgeschichten miteinander teilen. Oder auch nicht. Lässt sich gesellschaftliches Zusammenleben so einfach neu denken? Am besten probieren wir es gemeinsam aus.

– Elisabeth Hammer, neunerhaus Geschäftsführung

 

 

 

 

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Foto: Christoph Liebentritt