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neunerhaus Kampagne: Schande und Scham

|   Aktuelles

Mittelalterliche Schandmasken sollten Menschen früher demütigen. Auch heute noch gibt es Ausgrenzung: Bei Armut, bei Obdachlosigkeit.

Bizarre Formen, übergroße Ohren, lange Nasen, oft Tieren nachempfunden: Sogenannte „Schandmasken“ wurden früher in Teilen Europas zur gesellschaftlichen Ächtung verwendet. Ihr Ziel war Bloßstellung und Demütigung.

Zu den „Vergehen“ zählten Geschwätzigkeit, Lauschen oder Zänkischsein. Die maskierten Menschen verloren ihr Ansehen und wurden vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Sie sollten sich für ihre vermeintlichen Verbrechen schämen.
 

Und heute?

Auch heute noch gibt es Ausgrenzung: Bei Armut, bei Obdachlosigkeit. Wer obdachlos ist, bekommt zu spüren: Für mich ist hier kein Platz. Diese Ausgrenzung spüren obdach- und wohnungslose Menschen im Alltag – etwa in Form benachteiligender Behandlung bei Behörden, in Krankenhäusern, Arztpraxen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder Gaststätten. Sie erleben herablassende Blicke, demütigende Worte bis hin zu Schikanen.

Scham macht krank

Dauerhafte benachteiligende Behandlung kann bei Betroffenen tiefe Scham auslösen. Sie gräbt sich in die Seele ein und macht einen glauben, selbst etwas falsch gemacht zu haben. So werden einzelne verantwortlich gemacht für etwas, wo unser Zusammenhalt versagt.

Betroffene Menschen empfinden sich als wertlos und denken, dass sie nirgends hin oder an den gesellschaftlichen Rand gehören. Wer sich ständig schämt, leidet an Stress, belastet seine Gesundheit – und traut sich oftmals nicht, nach Hilfe zu fragen und Hilfe anzunehmen.

Die Kampagne: Ein Zeichen gegen Stigmatisierung

Mit der Kampagne macht neunerhaus gemeinsam mit betroffenen Menschen gesellschaftliche Ausgrenzung zum Thema. Die Bilder sollen nicht nur dazu auffordern, über das mächtige Gefühl der Scham nachzudenken und zu sprechen – sondern auch über Lösungen. Denn Scham und Beschämung können abgebaut werden, indem wir Menschen aus dem gesellschaftlichen Abseits helfen.

Vom Rand in die Mitte der Gesellschaft: Das reicht bei neunerhaus von den eigenen vier Wänden über medizinische Versorgung, Beratung, bis zum neunerhaus Café.

Denn der Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben beginnt mit drei Worten: du bist wichtig.

 

Die Kampagne "Schande und Scham" wurde von der Werbeagentur HAVAS pro Bono für neunerhaus umgesetzt.

  • Konzept, Design, Umsetzung: Havas Wien GmbH
  • Bilder: Bernd Preiml und Denis Mujakovic

Vielen Dank!

 
  

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