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»Nicht ohne meine Hunde«

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Familie und Therapie: neunerhaus Bewohnerin Tatiana E. und ihre Hunde Nike und Lalita sind unzertrennlich.

Es gab einmal eine Zeit, da kam Tatiana E. nicht aus ihrem Zimmer. 14 Monate lang sperrte sie die Welt aus. Kontakte zu Familie und FreundInnen ließ sie abbrechen. Der Tod ihres Mannes und Angstzustände, an denen sie litt – all das war zu viel geworden.

Wer Frau E. zehn Jahre später die Straße entlang spazieren sieht – mit sorgfältig frisierten blonden Haaren und farbenfrohem Outfit, einem Hündchen in der Handtasche und einem zweiten an der Leine – würde die dunklen Zeiten in ihrem Leben nicht vermuten. Die 48-Jährige wohnt in ihrer Wohnung im neunerhaus Kudlichgasse, wo sie auf sozialarbeiterische und psychosoziale Unterstützung zählen kann. Mit ihren vierbeinigen Begleitern erkundet Tatiana E. regelmäßig den zehnten Wiener Gemeindebezirk. „Meine Hunde wollen immer alles und jeden beschnuppern“, erzählt sie. Sehr viele Kontakte habe sie durch sie schon knüpfen können: „Die zwei sind meine Familie. Und meine Therapie.“

Bei neunerhaus sind Tiere nicht nur erlaubt, sondern willkommen

Für Tatiana E. ist es wichtig, mit ihren Haustieren leben zu können. Zwergpinscher Nike war ein Geschenk ihres Mannes kurz vor seinem Tod und weicht seitdem nicht von ihrer Seite. Den kleinen Nackthund Lalita nahm Frau E. vor drei Jahren bei sich auf. Bei neunerhaus fand sie einen Ort, an dem Tiere nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich willkommen sind – denn die Selbstbestimmung der BewohnerInnen steht an erster Stelle.

Damit auch die Tiere obdach- und wohnungsloser Menschen gut versorgt sind, kümmern sich TierärztInnen in der neunerhaus Tierärztlichen Versorgung ehrenamtlich um sie. Eine riesige Erleichterung für Tatiana E., die nicht wüsste, wie sie die Kosten für ihre Lieblinge sonst stemmen könnte: Nike leidet an einem Herzproblem, Lalita hat mit zahlreichen Allergien zu kämpfen. Angst haben die sozialen Vierbeiner bei den Untersuchungen keine – im Gegenteil, sagt Frau E.: „Tierarztbesuche sind für uns ein Genuss! Wir werden ganz lieb beim Empfang begrüßt, und man fühlt sich einfach wohl. Ich bin so dankbar, dass die TierärztInnen für uns da sind.“

Wie es Tatiana E. ohne ihre Hunde gehen würde? „Das weiß ich ganz genau“, sagt sie leise und streicht Nike liebevoll über den kleinen Kopf. „Ich würde gar nicht mehr da sein. Sie sind mein Grund, weiterzuleben.“

 

Hilfe für die Freunde auf vier Pfoten

Tiere sind für obdach- und wohnungslose Menschen oft die letzten Freunde und tragen zur Stabilisierung ihres Lebens bei. Die neunerhaus Tierärztliche Versorgung behandelt seit zehn
Jahren kostenlos die Tiere armutsbetroffener Menschen und hilft so Mensch und Tier.
Bitte unterstützen Sie uns dabei!


Foto: (c) Christoph Liebentritt
Dieser Beitrag erschien erstmals im Magazin neuner News #41.

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