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Obdachlosigkeit beenden bis 2025!

|   Aktuelles

Ein neues Policy Paper der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAWO) fordert 25.000 leistbare, dauerhafte und inklusive Wohnungen.

Bis 2025 könnte Obdachlosigkeit in Österreich beendet werden. Das erklärt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAWO) in einem bundesweiten Strategie-Papier, das vom Österreichischen Sozialministerium gefördert wurde.
 

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Das Problem:

Obdach- und Wohnungslosigkeit ist auch für wohlhabende Länder ein großes Problem. Die BAWO erwartet in den folgenden Jahren (ähnlich wie nach der Finanzkrise ab 2007) einen drastischen Anstieg von Obdach- und Wohnungslosigkeit. Durch die Umsetzung der Strategie „Obdachlosigkeit beenden“ könnte dieser Entwicklung bundesweit entgegengewirkt werden.

Das Ziel:

Die Vergabe von 25.000 leistbaren, dauerhaften und inklusiven Mietwohnungen aus dem Bestand. So beenden wir bis 2025 die Obdachlosigkeit von aktuell betroffenen Menschen unmittelbar, ohne neue Formen von prekärem Wohnen zu schaffen.

Laut WohnexpertInnen ist dieses Ziel ambitioniert, aber mit entsprechendem politischem Willen schaffbar.

Der Nutzen:

Jetzt handeln hilft Menschen in Zukunft. Und bringt Österreich international auf Spur: Durch die Umsetzung kann sich Österreich an dem bis 2025 geplanten Prozess der EU-Kommission zu Wohnungslosigkeit beteiligen, welcher voraussichtlich im Mai 2021 präsentiert wird.

Darüber hinaus wird ein wichtiger Beitrag geleistet, um die Sustainable Development Goals zu erreichen und Empfehlungen der OECD und der UN umzusetzen.

Die Umsetzung:

  1. Förderinstrumente für eine fünfjährige Umsetzungsphase auf Landesebene

    Damit können die Bundesländer geeignete Strukturen aufbauen, besonders an der Schnittstelle zwischen Wohnbauträgern und Sozialorganisationen.

  2. zentrale Kompetenzstelle aufbauen

    Diese verfügt über Expertise zu Obdachlosigkeit, Wohnen, Beratung und Betreuung und dem Housing First Ansatz und begleitet den Umsetzungsprozess der Strategie inhaltlich.

  3. Obdachlosigkeit besser erfassen

    Es ist wichtig, die Wirksamkeit der Strategie bundesweit evaluieren zu können. Dafür muss die Erfassung verbessert werden und wissenschaftliche Begleitforschung stattfinden, insbesondere von versteckter Obdachlosigkeit.

  4. Rechtsmaterien prüfen

    Rechtsmaterien wie das Mietrechtsgesetz, das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz oder das Sozialhilfe-Grundsatzgesetz sollten geprüft, und das Menschenrecht auf Wohnen stärker verankert werden.

Was bedeutet Housing First?

Zuerst kommt die Wohnung und dann alles andere. Anstatt sich stufenweise in Notschlafstellen oder Übergangswohnhäusern „beweisen“ zu müssen, erhalten wohnungslose Menschen direkt eine leistbare Wohnung mit eigenem Mietvertrag, kombiniert mit sozialarbeiterischer Unterstützung so lange wie notwendig und gewünscht.

Housing First hat seinen Ursprung in den USA und hat sich in Finnland längst etabliert. neunerhaus brachte das Erfolgskonzept 2012 nach Österreich. Die Mietstabilität von 94 Prozent zeigt: Housing First kann Wohnungslosigkeit nachhaltig beenden.

Quelle:

BMSGPK, „Obdachlosigkeit beenden. Eine bundesweite Strategie. Policy Paper der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAWO), gefördert durch das Sozialministerium“, Wien 2021.

 
 

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