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Offener Brief: BAWO fordert Härtefallfonds gegen Wohnungslosigkeit

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Armutsgefährdete MieterInnen sollen 50-prozentigen Zuschuss zu ihren Wohnkosten für ein Jahr erhalten. neunerhaus unterstützt die Forderungen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAWO) schlägt in einem Offenen Brief an die Bundesregierung konkrete Maßnahmen vor, um obdach- und wohnungslose Menschen in den kommenden Monaten zu unterstützen. Es gelte im Zuge der Corona-Krise „eine Chronifizierung der Notlage Wohnungslosigkeit zu verhindern“, heißt es in dem Brief.

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Die BAWO will einen bundesweiten Härtefallfonds für armutsgefährdete Menschen installieren: Wer mehr als ein Drittel seines Einkommens für Wohnen ausgeben muss, soll einen 50-prozentigen Zuschuss zu seinen Wohnkosten für die Dauer von einem Jahr bekommen. Die finanzielle Hilfe müsse von den MieterInnen nicht zurückgezahlt werden. „Es geht darum, drohenden Wohnungsverlust zu vermeiden“, sagt BAWO-Obfrau und neunerhaus-Geschäftsführerin Elisabeth Hammer.
 

Anstieg bei Wohnungslosigkeit befürchtet

DIE BAWO befürchtet, dass sich die Zahl der wohnungslosen Menschen in Österreich durch die Corona-Krise dramatisch erhöhen könnte. Ähnliches geschah nach der Finanzkrise 2008: Damals stieg die Wohnungslosenanzahl um rund 5.000 Personen. „Auch heuer wird es einen substanziellen Anstieg obdachloser Menschen geben“, befürchtet Elisabeth Hammer. Laut Statistik Austria waren 2018 22.741 Menschen ohne eigene Wohnung.

Die Bundesregierung sei daher aufgefordert, jetzt „die Weichen zu stellen, um Obdach- und Wohnungslosigkeit nachhaltig zu bekämpfen.“ So sollten Mieten wirksam begrenzt werden und befristete Mietverträge nur mehr die Ausnahme sein. Zudem sollen Wohnbeihilfen für Menschen mit niedrigem Einkommen ausgebaut und der Zugang für Drittstaatenangehörige zu leistbaren Wohnungen erleichtert werden.

Die BAWO begrüßte die bisherigen Maßnahmen für obdachlose und wohnungslose Menschen in der Corona-Krise ausdrücklich, etwa den zeitweiligen Delogierungsstopp und die verlängerten Öffnungszeiten von Winterpaket und Notschlafstellen. Letztere könnten in einen ganztägigen Ganzjahresbetrieb umgewandelt werden, so ein weiterer Vorschlag. Zudem sollten Angebote wie Housing First, die neben einer Wohnung auch psychosoziale Betreuung bieten, weiter ausgebaut werden.

 

  

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Elisabeth Hammer, BAWO-Obfrau und neunerhaus Geschäftsführung Foto: (c) Christoph Liebentritt