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Praxis Psychische Gesundheit startet im Herbst 2021

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Ein neues Angebot für wohnungslose und nichtversicherte Menschen reagiert auf den Anstieg psychischer Belastungen.

Ab Herbst startet neunerhaus ein dringend benötigtes Angebot, das vom Sozialministerium gefördert wird. Die Praxis Psychische Gesundheit umfasst individuelle Sprechstunden sowie gruppentherapeutische Angebote für obdach- und wohnungslose sowie nichtversicherte Menschen. Eine Besonderheit ist die enge Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen: Das Team besteht aus ExpertInnen aus den Bereichen Gesundheits- und Krankenpflege, Sozialarbeit, Psychosoziale Beratung, Psychiatrie, Peer-Arbeit, Allgemeinmedizin und Psychotherapie.

Psychische Belastungen steigen

„Obdach- und wohnungslose Menschen haben oft nur schwer Zugang zum Gesundheitssystem. Dadurch bleiben sowohl körperliche als auch seelische Wunden oft viel zu lange unversorgt", so Elisabeth Hammer, neunerhaus Geschäftsführerin. „Mit der Praxis Psychische Gesundheit starten wir ein österreichweit einzigartiges Angebot, das psychosoziale Versorgung unabhängig von Einkommen oder Versicherungsstatus bietet. Dabei setzen wir einmal mehr auf einen innovativen Zugang, die Zusammenarbeit unterschiedlicher Professionen und Hilfe auf Augenhöhe.“

„In unserer täglichen Arbeit mit obdach- und wohnungslosen sowie nichtversicherten Menschen merken wir: Isolation und Einsamkeit führen vermehrt zu Gefühlen der Ohnmacht und Verunsicherung sowie zu einem deutlichen Anstieg von Angststörungen und Depressionen. Das Leben auf der Straße tut sein Übriges“, so Stephan Gremmel, ärztlicher Leiter neunerhaus Gesundheitszentrum. „Umso wichtiger ist, dass es für diese Menschen bald ein zielgruppengerechtes Angebot gibt.“

neunerhaus Gesundheitszentrum

Die Praxis Psychische Gesundheit (PPG) befindet sich im neunerhaus Gesundheitszentrum in Wien Margareten. Dieses konnte seit dem ersten Lockdown im März 2020 ohne Unterbrechung seine Türen offenhalten und ist nach wie vor wichtige Anlaufstelle für obdach- und wohnungslose Menschen sowie armutsbetroffene Menschen ohne Krankenversicherung, für die es sonst nur sehr wenige Andockstellen im Gesundheitssystem gibt. Die Nachfrage ist nach wie vor enorm: 2020 wurden im Gesundheitszentrum über 5.800 PatientInnen versorgt, 2.450 PatientInnen von ihnen waren von psychischen Belastungen betroffen.

 
Foto: (c) moodley

 
 

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