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»Reden ist Gold«

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Immer mehr Menschen suchen Entlastungsgespräche. Elisabeth Hammer über die neuenrhaus Praxis Psychische Gesundheit.

Zwei Jahre Pandemie und nun Krieg in der Ukraine. Neben der persönlichen Betroffenheit sind wir bei neunerhaus auch beruflich mit der Krise konfrontiert, in all unseren Angeboten und im Austausch mit jenen, die sie nutzen. Daraus entsteht auch Solidarität: Wir teilen Ängste und Sorgen mit den Menschen, für die wir da sind. Die aktuellen globalen gesundheits- und gesellschaftspolitischen Entwicklungen zeigen einmal mehr: Wir sitzen alle im selben Boot. Egal wie gut es uns
materiell gehen mag; Krisen und Ungewissheit belasten uns alle und wirken sich negativ auf unsere psychische Gesundheit aus. Die Nachfrage nach psychotherapeutischen und psychiatrischen Behandlungen steigt seit Monaten, und zwar quer durch alle Alters- und Gesellschaftsschichten.

Gerade deshalb sind niederschwellige Angebote im Bereich psychische Gesundheit so wichtig – wie die neunerhaus Praxis Psychische Gesundheit. Bei diesem einzigartigen Angebot geht es in erster Linie um Entlastung und Stabilität – das gelingt insbesondere durch Zeit zum Reden. Der Name ist dabei Programm: Ohne Erwartungen und ohne Termin holen wir die Menschen da ab, wo sie sind – durchaus im wörtlichen Sinne, denn auch Raum und Dauer sind flexibel. Durch ein Gespräch, das auch bei einem Spaziergang stattfinden kann, wird der Rucksack an Sorgen und Nöten leichter und die Zuversicht für die Bewältigung der nächsten Alltagsaufgaben größer. Danach wird bei Bedarf ausgelotet, was es weiterführend braucht.

Gesundheit und Soziales werden bei uns seit jeher zusammengedacht. Gleichzeitig möchten wir auf aktuelle gesellschaftliche Problemlagen und Herausforderungen reagieren bzw. diese – im besten Fall – schon vorausdenken. Das Thema psychische Gesundheit wird uns alle in Zukunft stark beschäftigen. Mit der Praxis Psychische Gesundheit hat neunerhaus einen ersten, wegweisenden Schritt getan – wir schließen eine weitere Lücke in der medizinischen Versorgung armutsbetroffener und wohnungsloser Menschen. Und schaffen damit gleichzeitig ein Modell, von dem auf gleiche Weise Menschen am Rand und in der Mitte der Gesellschaft profitieren können – und das im Gesundheitsbere ich hoffentlich Nachahmer*innen findet.

 

Die neunerhaus Praxis Psychische Gesundheit wird bis Ende April 2022 aus Mitteln des Sozialministeriums gefördert.

  • Dieser Beitrag erschien erstmals im Magazin neuner News, Ausgabe 46.
  • Fotos (c) Christoph Liebentritt

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