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Tierärztin: »Tiere sind vorurteilsfrei«

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Tierärztin und Hunde-Verhaltenstherapeutin Eva Wistrela-Lacek leitet die neunerhaus Tierärztliche Versorgung für wohnungslose Menschen. Ein Interview.

Für wen ist die neunerhaus Tierärztliche Versorgung da?

Eva Wistrela-Lacek: Zu uns kommen TierbesitzerInnen, die obdachlos oder wohnungslos sind. Der durchschnittliche Besucher ist ein Mensch wie du und ich, der ein meist sehr gut gepflegtes Tier bei sich hat. Viele kümmern sich sogar mehr um ihr Tier als um sich.

Wie wichtig sind Tiere für obdachlose oder wohnungslose Menschen?

Wistrela-Lacek: Einmal abgesehen davon, dass es mittlerweile Studien über die Wichtigkeit der Tier- Mensch-Beziehung gibt, kann ich sagen: Ein Tier ist in der heutigen Zeit für wohnungslose Menschen, wie auch für mich, ein Partner. Ein Partner, der dich bedingungslos liebt, ohne Vorurteile und konstant. Es ist oft auch Ersatz für viele andere Beziehungen. Tiere sind zudem wichtige Anknüpfungspunkte zur Außenwelt. Ich muss mich kümmern und gewisse Aufgaben übernehmen: Gassi gehen mit dem Hund, Futter kaufen für die Katze. Dadurch pflege ich soziale Kontakte und komme unter Menschen.

Sie sind auch Verhaltenstherapeutin für Hunde: Was beobachten Sie bei den Hunden hier?

Wistrela-Lacek: Verhaltensprobleme haben wir mit diesen Hunden fast keine. Natürlich sind die Lebensumstände nicht immer einfach. Aber der Hund jammert ja nicht. Wenn es mir schlecht geht, wird mich mein Hund immer trösten. Er wird mir keine Vorwürfe machen, mich nicht schief anschauen. Der wird immer treu und dankbar sein und das ist es ja, was das Tier als Partner so wertvoll macht.

Gibt es die neunerhaus Tierärztliche Versorgung 2030 noch? Und was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Wistrela-Lacek: Natürlich gibt es uns in zehn Jahren noch, es wird uns geben müssen. Mein Wunsch wäre, noch einen vierten oder fünften Öffnungstag anzubieten, weil die Nachfrage so groß ist. Und dass wir vor Ort vielleicht größere OPs durchführen und die Tiere auch da behalten können. Damit wir unsere erfolgreiche Arbeit fortsetzen können, sind wir weiterhin auf Spenden und ehrenamtliches Engagement angewiesen.

Foto: (c) Christoph Liebentritt
Dieser Beitrag erschien erstmals im Magazin neuner News #41.

 

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