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»Was gutes Wohnen braucht«

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Über Wohnbedürfnisse: Elisabeth Hammer kommentiert, warum wir je nach Lebensumständen unterschiedliche Arten des Wohnens brauchen.

Wissen Sie, was eine funktionale WG ist? Vereinfacht gesagt: eine Wohngemeinschaft, in der nicht jede Person ein Zimmer hat, sondern jedes Bedürfnis. In einem Raum wird geschlafen, im anderen gearbeitet, etc. Was für manche spannend klingt, ist für andere der Albtraum schlechthin. Unabhängig davon, in welche Kategorie Sie fallen: Wohnbedürfnisse ändern sich bei den meisten im Laufe des Lebens – nach Alter oder Lebenssituation, manchmal langsam, manchmal schlagartig durch eine Krise. Auch gesellschaftliche Veränderungen beeinflussen den Wohnbedarf, etwa wenn – wie aktuell – Einkommen und Mietpreise auseinanderdriften.

Das erste Projekt von neunerhaus war ein Wohnhaus, das eine Lücke füllen und dabei anders sein sollte als alles, was es sonst gab. Heute gibt es drei davon. Jedes bietet eine maßgeschneiderte Antwort auf unterschiedliche Bedürfnisse obdach- und wohnungsloser Menschen. Für die einen sind sie eine Durchgangsstation, bevor sie wieder in eine eigene Wohnung ziehen. Für andere werden sie dauerhaft zu ihrem Zuhause. Jedes der neunerhaus Wohnhäuser hat dazu beigetragen, dass sich das Angebot der Wohnungslosenhilfe weiterentwickelt hat – weg von Heimstruktur, hin zu einem Zuhause, das Schutz und Betreuung ebenso ermöglicht wie Rückzug und Privatsphäre. Gerade in der Corona-Krise bewährte sich das Konzept und wurde für viele Menschen zum Anker in einer Zeit der Isolation.

Um Wohnungslosigkeit nachhaltig zu beenden, braucht es einen Wohnungsmarkt, der für alle Platz hat. Es braucht österreichweit leistbare Wohnungen für alle. Es braucht mobile Betreuung nach Bedarf. Und zusätzlich dazu braucht es Wohnhäuser mit speziellem Fokus, die Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen ein Zuhause geben und sich anhand der Bedarfe weiterentwickeln – etwa indem sie die Bedürfnisse von jungen Erwachsenen stärker berücksichtigen. Oder, wie im neunerhaus Kudlichgasse, insbesondere die seelischen und körperlichen Wunden ernstnehmen, die mit dem Leben auf der Straße verbunden sind und vielen Menschen ein gutes Älterwerden erschweren. Die neunerhaus Wohnhäuser sind weiterhin für all jene da, die mehr Halt brauchen als es eine eigene Wohnung bieten kann.   

Elisabeth Hammer
neunerhaus Geschäftsführung

 

 

  • Foto: (c) Christoph Liebentritt
  • Dieser Beitrag erschien erstmals im Magazin neuner News, Ausgabe 45.

 

 

 

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