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»Was wir nicht sehen«

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neunerhaus Geschäftsführerin Daniela Unterholzner über die Situation verdeckt wohnungsloser Frauen.

„Als ich wohnungslos wurde, hatte ich zum Glück noch meinen Job. Aber jeden Tag um 18 Uhr kam die Angst. Ich wusste: Alle gehen nach Hause, und ich bleib’ entweder heimlich im Büro oder schlafe im Park.“ An diese Worte einer ehemaligen Klientin muss ich oft denken.

Ihre Geschichte steht für ein Phänomen, das vor allem Frauen betrifft: verdeckte Wohnungslosigkeit. Frauen tun oft viel dafür, nicht als wohnungslos erkennbar zu sein oder sich der Gefahr eines Lebens auf der Straße auszusetzen. Viele scheinen lange in keiner Statistik auf, denn sie ziehen monate- und jahrelang von einer prekären Situation in die nächste, übernachten bei Bekannten auf der Couch, geraten in Abhängigkeitsbeziehungen oder ertragen häusliche Gewalt – oft den Kindern zuliebe.

In der öffentlichen Wahrnehmung dominiert auch deshalb das Bild obdachloser Männer den Diskurs um Obdach- und Wohnungslosigkeit. Hilfsangebote sind vorrangig auf sie zugeschnitten. Dabei machen Frauen ein Drittel der wohnungslosen Menschen in Wien aus – und das ist nur die offiziell registrierte Zahl ohne Dunkelziffer. Bei neunerhaus machen wir deshalb sichtbar, was oft übersehen wird.

Wir lassen Frauen ihre Geschichten erzählen und zeigen Lösungsansätze auf, die wirklich helfen. Was mich bei Begegnungen mit wohnungslosen Frauen immer wieder beeindruckt: die Stärke, mit der viele von ihnen die schwierigsten Situationen aushalten, trotz des immensen Drucks und der Ängste, die auf ihnen lasten.

Sie brauchen jemanden, der ihnen den Rücken stärkt, ihnen zu einem Zuhause und Perspektiven verhilft – und genau das machen wir. Bitte unterstützen Sie uns dabei!

Vielen Dank!

Daniela Unterholzner, neunerhaus Geschäftsführung

 

Foto: (c) Christoph Liebentritt

Dieser Beitrag erschien erstmals im Magazin neuner News, Ausgabe 44.

  

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