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Wie wird man eigentlich wohnungslos?

|   Aktuelles

„Was ist wohl deine Geschichte?“ geht einem oft durch den Kopf, ist man mit Obdachlosigkeit konfrontiert.

„Wie konnte es wo weit kommen?“ 

...oder auch „das kann mir nie passieren!“ Doch obdachlos oder wohnungslos[1] kann man schneller werden als man denkt, der Weg zurück hingegen ist eine große Herausforderung. 

 

Die Betroffenheit von Wohnungslosigkeit steigt

Die vorhandenen Daten zu Wohnungslosigkeit in Österreich und Wien zeigen einen deutlichen Anstieg. Das tatsächliche Ausmaß und die tatsächliche Entwicklung sind jedoch unklar. Es ist von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen. Derzeit verfügbare Daten erfassen ausschließlich Menschen, die bereits Kontakt zu Unterstützungsangeboten hatten.

In Österreich sind nach einer neuen Erhebungsmethode der Statistik Austria 21.567 Personen „registriert wohnungslos“ (Stand: 2017). Das sind zwar geringfügig weniger als im Jahr 2016, im Vergleich zu 2008 ist die Anzahl jedoch um 21 Prozent gestiegen.[2] In der neuen Berechnung werden alle Personen berücksichtigt, die im Laufe des Jahres zumindest eine Meldeepisode in Obdach- bzw. Wohnungslosigkeit hatten. Bisher wurden von der Statistik Austria vier Stichtage verwendet, wonach die Anzahl mit 15.038 betroffenen Personen (Stand: 2016) bedeutend niedriger war.[3]

Rund 70 % der „registriert wohnungslosen“ Menschen leben in Wien. Die Angebote der Wiener Wohnungslosenhilfe werden laut Fonds Soziales Wien derzeit jährlich von rund 11.100 Menschen in Anspruch genommen.[4] Die Anzahl der Wohnplätze hat sich im Vergleich zum Jahr 2003 mehr als verdoppelt[5], derzeit stehen in Wien 6.586 vom Fonds Soziales Wien geförderte Plätze für obdach- und wohnungslose Menschen zur Verfügung.[6]  

 

Wege in die Wohnungslosigkeit

Gesellschaftliche Gründe
  • Steigende Wohnkosten
  • Prekäre Mietverhältnisse
  • Prekäre Arbeitsverhältnisse
  • Viele Wohnungswechsel
  • Erfolglose Jobsuche
  • Materielle Armut
Persönliche Gründe
  • Familien-/Beziehungskrisen
  • psychische Erkrankungen
  • seelische Belastungen
  • Alkohol-/Drogenkonsum
  • Gewalt im Elternhaus

 

Wie hilft neunerhaus?

Mehr darüber, wie es derzeit um wohnungslose Menschen in Wien steht, und darüber, wie Wien Wohnungslosigkeit beenden kann, im Fokuspapier.

Persönliche Lebensgeschichten über Obdachlosigkeit gibt es zum Beispiel, hier, hier oder hier zu lesen.

Die europaweite Petition Housing For All setzt sich für bessere rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen ein, um Wohnen für alle Menschen in Europa zu ermöglichen.

 

Fotos: (c) Christoph Liebentritt

 

 


[1] Der Unterschied: Wer keine Wohnung hat, schläft  nicht automatisch auf der Straße.

[2] Statistik Austria (2018): Eingliederungsindikatoren 2017. Kennzahlen für soziale Inklusion. S. 27ff. Online unter:  https://www.sozialministerium.at [13.03.2019]

[3] Für das Jahr 2016 lag die Anzahl der registriert wohnungslosen Menschen nach der alten Zählmethode an vier Stichtagen bei 15.038 Personen, nach der neuen Zählmethode bei 22.147 Personen.

[4] Siehe https://2017.fsw.at/p/wiener-wohnungslosenhilfe?c=ohne-obdach-wohnung [05.03.2019]

[5] MA 24 (2016): Wiener Sozialbericht 2015. S. 156.

[6] FSW (2019): Wiener Wohnungslosenhilfe – Angebotsstruktur. Stand: November 2018

 

 

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