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»Wir haben aufeinander geschaut«

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So war 2020: Peer-Mitarbeiterin Caroline-Jesica Thomas erzählt, wie der Peer-Kurs im Lockdown ablief.

"Als im März der erste Lockdown kam, hatte ich meine KollegInnen im Zertifikats-Kurs Peers der Wohnungslosenhilfe gerade kennengelernt. Zum Glück waren wir zu der Zeit aber schon in Kleingruppen eingeteilt.

Wir vier haben dann wirklich aufeinander geschaut. Wir haben regelmäßig telefoniert, uns angeboten, einkaufen zu gehen oder einfach nur zu reden, falls einem die Decke auf den Kopf fällt. So konnten wir einander aufrichten. Das hat auch geklappt: Heute haben alle aus dieser Gruppe einen Job als Peer!

Ich erinnere mich gern an einen Aha-Moment während meines Praktikums in einem Chancenhaus. Mit meiner typischen Energie wollte ich die Leute motivieren – ohne Erfolg. Das war zuerst ernüchternd, aber ich habe bald gemerkt: Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo. Die Leute brauchen mich nicht zur Bespaßung, sie brauchen jemanden, der zuhört! Nur zuhört, ohne ein Urteil zu fällen, ohne sie ungefragt mit Ratschlägen zu bombardieren. Jemanden, der ihre Scham, Wut, Angst, Verzweiflung und Frustration versteht. Und als Peer verstehe ich diese Gefühle sehr gut.

Viele Menschen wurden schnell der Krise überdrüssig, gereizter und der Zusammenhalt ließ nach. In meinem Umfeld ist das aber nicht der Fall. Mit meiner Kleingruppe aus dem Peer-Kurs bin ich zum Beispiel immer noch in Kontakt. Diese Solidarität, die ich in dieser Gruppe erlebt habe, ist so bestärkend, lebensbejahend. Ich hoffe, dass wir so etwas in Zukunft öfter spüren können!"

Caroline-Jesica Thomas, Peer-Mitarbeiterin im neunerhaus Kudlichgasse

 
 

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