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"Wohnen als Gamechanger"

|   Aktuelles

Elisabeth Hammer erklärt, warum es jetzt Sozialpolitik braucht, um Wohnen zu sichern.

Wohnen muss leistbar sein. Was wir bei neunerhaus schon seit jeher für unsere Nutzer*innen fordern, bekommt zunehmend Brisanz für eine Vielzahl an Menschen. Gemeinsam mit rasant steigenden Energiekosten hat das Thema eine bis vor kurzem noch unvorstellbare gesellschaftliche Dimension erreicht. Ohne Kursänderung ist das Grundbedürfnis Wohnen für Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten über kurz oder lang bedroht. So rechneten bereits Ende 2021 laut einer Umfrage zwölf Prozent der Menschen in Österreich damit, in den folgenden drei Monaten ihre Wohnkosten nicht mehr bezahlen zu können.

Die Bedeutung eines Zuhauses sehen wir täglich in unserer Arbeit: Denn Wohnraum ist zugleich Schutz- und Rückzugsraum sowie Ausgangspunkt, um andere Herausforderungen bewältigen zu können. Das zeigt insbesondere Housing First, unser Erfolgskonzept, für das sich neunerhaus seit über zehn Jahren einsetzt und das auch dank vieler Unterstützer*innen und Partner*innen nicht mehr aus der Wiener Wohnungslosenhilfe wegzudenken ist. Seit einem Jahr gibt es mit "zuhause ankommen" auch ein bundesländerübergreifendes Projekt, das Housing First auch außerhalb von Wien bekannter macht. Die Initiative, koordiniert von der Bundearbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe und finanziert durch das Sozialministerium, verhilft akut von der Pandemie betroffenen Menschen zu einem neuen Zuhause und neuen Perspektiven.

Wohnen ist ein "Gamechanger" – in individuellen Biographien genauso wie aus strategischer Sicht beim Thema Armutsbekämpfung. Es ist zu begrüßen, dass dem sozialpolitisch mit konkreten und zielgerichteten Maßnahmen Rechnung getragen wird – zum Beispiel mit dem Projekt "zuhause ankommen" oder mit dem "Wohnschirm", der Menschen vor Delogierung schützt. Wohnen ist die Grundlage für ein Leben in Sicherheit und Würde, für jede*n Einzelne*n sowie für uns als Gesellschaft, und gehört somit als Thema auf jede politische Agenda. Weil Österreich sich mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten dazu bekannt hat, bis 2030 Obdachund Wohnungslosigkeit zu beenden. Und weil Wohnen als soziale Frage aktuell noch mehr Bedeutung denn je erlangt.

 

  • Dieser Beitrag erschien erstmals im Magazin neuner News, Ausgabe 47.
  • Fotos © Christoph Liebentritt

 

 

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