Hilfe Info Spenden Blog Kunstauktion
+43 1 990 09 09 900
jetzt spenden

Vorlesung: neunerhaus unter der Lupe

|   Aktuelles

Studierende der FH Campus Wien diskutierten mit neunerhaus Spannungsfelder und Widersprüche von Sozialer Arbeit als politischer Praxis.

Freitagnachmittag und frühsommerliche Temperaturen sind eigentlich nicht die besten Voraussetzungen für eine gut besuchte Lehrveranstaltung. Die Vorlesung des FH-Studiengangs für Soziale Arbeit, die Ende April im neunerhaus Café Station machte, bildete eine Ausnahme. Das Thema „Wohnen als sozialpolitisches Handlungsfeld“ sorgte für ein volles neunerhaus Café und jede Menge Diskussionspotenzial.

„In politisch schwierigen Zeiten müssen wir innovativ sein.“

In einer ersten Runde stellte neunerhaus Geschäftsführerin Elisabeth Hammer die Tätigkeitsbereiche von neunerhaus sowie sich und ihre Kolleginnen Barbara Berner, Leitung neunerhaus Niederschwellige Sozialarbeit, und Flora Eder, Leitung Kommunikation, vor. Über den unkonventionellen Vorlesungssaal, das jüngste neunerhaus Angebot, sagte sie: „Das neunerhaus Café erzählt nicht nur die Geschichte von neunerhaus, es ist auch ein symbolischer Ort, an dem wir uns als Gleiche verstehen.“ In politisch schwierigen Zeiten sei es für eine Sozialorganisation wichtig, innovativ zu sein sowie auf Bündnisse und Kooperationen zu setzen, um Wohnen und Gesundheitsversorgung als Menschenrechte zu garantieren, führte Hammer aus.

Tabuthema Obdachlosigkeit

Auch Barbara Berner betonte die Bedeutung von Kooperationen mit anderen Sozialorganisationen und medizinischen Angeboten. Gleichzeitig brauchen diese Zeit und Ressourcen, die aufgrund der großen Nachfrage nach den Angeboten ohnehin knapp seien. „Gerade bei den niederschwelligen Angeboten spüren wir den zunehmenden gesellschaftlichen Druck auf unsere KlientInnen“, erklärte Berner außerdem.

Auch die Kommunikationsarbeit von neunerhaus wird von gesellschaftlichen Widersprüchen beeinflusst. Da Wohnungslosigkeit ein Tabuthema in der Öffentlichkeit sei, müsse man hier Aufklärungsarbeit leisten, erläuterte Flora Eder. „Zum Selbstverständnis von neunerhaus gehört es dabei auch, wohnungslose Menschen selbst sprechen zu lassen, anstatt über sie zu sprechen“, so Eder. So tauscht sich die Abteilung Kommunikation beispielsweise mit NutzerInnen über das vermittelte Bild von Obdachlosigkeit in den Medien aus und gibt wohnungslosen Menschen auf Pressekonferenzen und anderen Events eine Stimme.

Nach der einleitenden Runde hatten die Studierenden die Möglichkeit, in drei rotierenden Gruppen mit jeweils einer neunerhaus Vertreterin ins Detail zu gehen – was ausführlich genutzt wurde. Es gab jede Menge Fragen zur Arbeit im neunerhaus Café und neunerhaus Gesundheitszentrum, aber auch zum Umgang mit Spenden oder der Auswahl von KooperationspartnerInnen. Auch drei Stunden nach Beginn der Veranstaltung flauten Interesse und Fragen nicht ab. neunerhaus bedankt sich für eine spannende Auseinandersetzung!

 

 

Zurück