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"Wir sollten uns schämen"

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Immer mehr Kinder und Jugendliche brauchen die Hilfe von neunerhaus. Ein Versagen im Gesamtsystem, kritisiert Geschäftsführerin Elisabeth Hammer.

Unsere Zahlen steigen. Ein Satz, der anderswo als Erfolg gefeiert wird. Im Fall von neunerhaus ist er beschämend. Er ist ein gesellschaftliches Armutszeugnis.

Die „Zahlen“, das sind in unserem Fall Kinder und Jugendliche, die im neunerhaus Gesundheitszentrum versorgt werden: 279 waren es im Jahr 2017. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 28 Prozent in der neunerhaus Arztpraxis und von 71 Prozent in der neunerhaus Zahnarztpraxis.

Unser sogenanntes „Plus“ zeigt nichts anderes als ein Versagen im Gesamtsystem. Es macht unmissverständlich klar: Wir schlagen gerade eine Richtung ein, die zu Lasten der verwundbarsten Personen in unserer Gesellschaft geht. Die Stadtregierung rund um Sozialstadtrat Peter Hacker hat ausgerechnet, dass genau 32.972 Kinder in der Wiener Mindestsicherung von den geplanten Kürzungen betroffen sein werden. Jedes einzelne von ihnen wird weniger Chancen auf ein gesundes, würdevolles und erfolgreiches Leben haben – aufgrund von Faktoren, die sich kein Kind aussucht, und die kein Kind ändern kann.

Diese Kinder werden in eine Welt hinein geboren, in der sie – nimmt man die gesellschaftlichen Zeichen ernst – systematisch zu Menschen zweiter Klasse gemacht werden, und in der sich schon in jungen Jahren Diskriminierung, Stigmatisierung und Beschämung in ihr Selbstbild einschreiben.

Innerhalb von neunerhaus wirken wir mit unseren Gesundheits- und Wohnangeboten entgegen. Doch wir haben Grenzen. Wir können Kinder, die gesellschaftlich zu Outsidern gemacht wurden, nicht alleine zu Insidern machen. Dafür braucht es breitere Anstrengungen. Der Anspruch von neunerhaus darf keine Ausnahme sein, sondern muss auch außerhalb unserer Strukturen als selbstverständlich gelten: hochqualitative medizinische Versorgung gekoppelt mit einem Aufwachsen in stabilen Wohnverhältnissen – unabhängig von Versicherungs-, Aufenthalts- oder sozialem Status. Nur so erreichen wir Chancengleichheit für unsere Kinder.

Bis dahin schreiben wir weiter unsere Zahlen.

 

>> Dieser Kommentar von neunerhaus Geschäftsführerin Elisabeth Hammer erschien erstmals in neuner News #35 – dem Magazin von neunerhaus

 

Ihre Spende verändert Leben!

Dank Ihrer Spende erhielten 2017 im neunerhaus Gesundheitszentrum 279 Kinder und Jugendliche professionelle Hilfe. Das ist ein Anstieg um 28% in der neunerhaus Arztpraxis und sogar um 71% in der neunerhaus Zahnarztpraxis. 128 Kinder fanden mit ihren Familien dank neunerhaus wieder ein Zuhause. Bitte helfen Sie weiterhin so tatkräftig und spenden Sie jetzt.

 

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Elisabeth Hammer_neunerhaus Geschäftsführung
Foto: (c) Johanna Rauch
Elisabeth Hammer_neunerhaus Geschäftsführung
Foto: (c) Johanna Rauch
neunerhaus_Kind_wohnungslos
Foto: (c) Christoph Liebentritt