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20 Jahre neunerhaus – 20 Jahre frischer Wind in der Wohnungslosenhilfe

23.520 Mal wohnungslosen Menschen in Wien geholfen: Sozialorganisation für wohnungslose Menschen startet ins Jubiläumsjahr

Ende der 1990er Jahre zeigte ein Blick auf Wiens öffentliche Plätze: immer mehr und immer jüngere Menschen lebten auf der Straße – obwohl VertreterInnen der Politik den Rückgang von Obdachlosigkeit und ausreichend Hilfsangebote betonten. Eine Gruppe engagierter BürgerInnen aus dem 9. Wiener Gemeindebezirk sprach mit den Menschen selbst und erfuhr von schlechten Lebensbedingungen in einigen damaligen Obdachloseneinrichtungen. So gründete sich neunerhaus im Jahr 1999 mit dem Ziel: Ein Wohnprojekt für obdach- und wohnungslose Menschen zu sein, das die Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen in das Betreuungskonzept von Anfang an miteinbezieht.

20 Jahre später zieht die neunerhaus Geschäftsführung Elisabeth Hammer und Daniela Unterholzner gemeinsam mit Bewohnern bei einer Pressekonferenz am Dienstag Zwischenbilanz. Aus der damaligen Initiative etablierte sich in zwei Jahrzehnten eine innovative Sozialorganisation. „Bekannt ist neunerhaus dafür, neue Wege in der Hilfe für obdachlose Menschen zu gehen“, resümiert neunerhaus Geschäftsführerin Elisabeth Hammer. „Hinter jedem Angebot steckt eine innovative Idee – von Wohnangeboten, die Autonomie und Zukunftsperspektiven groß schreiben bis hin zum österreichweit einzigartigen Gesundheitszentrum für wohnungslose und nichtversicherte Menschen oder auch dem neuen neunerhaus Café“, ergänzt Daniela Unterholzner, neunerhaus Geschäftsführung.

Insgesamt 2.179 Menschen fanden durch neunerhaus in den letzten 20 Jahren wieder ein dauerhaftes Zuhause, das seinen Namen auch verdient. 260 Kinder und Jugendliche wurden vor Wohnungslosigkeit bewahrt. Die medizinischen Angebote der Sozialorganisation starteten 2006, in sagenhaften 204.037 Arztbesuchen wurde seither 17.142 Mal wohnungslosen, obdachlosen und nichtversicherten PatientInnen ärztlich geholfen. Seit Beginn half neunerhaus somit 23.520 Mal mit Wohnen, Beratung, Medizinischer und Tierärztlicher Versorgung. „Für mich war neunerhaus die letzte Rettung. Der Gedanke, nach Hause gehen zu können, zuzusperren und da steht jemand hinter mir – das war so wichtig. Ohne dieses Gefühl der Sicherheit hätte ich es nicht geschafft“, resümiert Helmut B., ehemaliger Bewohner des neunerhaus Hagenmüllergasse.

Die Geschäftsführerin des Fonds Soziales Wien, Anita Bauer, unterstreicht das Miteinander in der Wiener Wohnungslosenhilfe: „neunerhaus und seine Einrichtungen geben wohnungs- und obdachlosen Menschen ihre Würde zurück und wieder eine Lebensperspektive. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind oftmals innovative Vorreiter und immer verlässliche Partnerinnen und Partner in der Wohnungslosenhilfe der Stadt. Damit ist neunerhaus ein Teil der Erfolgsgeschichte des sozialen Wiens. Danke für 20 Jahre gute Zusammenarbeit.“

„Wir sind weiterhin an der Seite jener, die uns brauchen“, so Unterholzner. „Mit jedem einzelnen Angebot verfolgen wir das Ziel, das gesellschaftliche Miteinander zu stärken. Davon profitieren nicht nur jene, die uns brauchen – sondern wir alle“, so Hammer abschließend.

Die Angebote von neunerhaus im Überblick:

Gründung des Vereins „neunerhaus“ (1999)
neunerhaus Hagenmüllergasse (2001)
neunerhaus Billrothstraße (2005)
neunerhaus Gesundheitszentrum (2017), fasst Mobile ÄrztInnen (seit 2006), Zahnarztpraxis (2009) und Arztpraxis (2013) zusammen
neunerhaus Kudlichgasse (2007)
neunerhaus FC (2008)
neunerhaus Tierärztliche Versorgung (2009)
neunerhaus Housing First (2012)
neunerhaus Mobile Sozialarbeit (2016)
neunerimmo (gegründet 2017)
neunerhaus Niederschwellige Sozialarbeit (2017)
neunerhaus Café (2018)
Zertifikats-Kurs Peers der Wohnungslosenhilfe (2019)

Rückfragehinweis

Mag.a Flora Eder, Leitung Kommunikation neunerhaus
M +43 650 9890911, flora.eder@neunerhaus.at

 

  

Erfolgsprojekt feiert: Ein Jahr neunerhaus Gesundheitszentrum

Obdachlos, wohnungslos – und krank: Bei neunerhaus werden jene Menschen behandelt, die sonst unversorgt blieben. WGKK, Zahn- und Ärztekammer und die Stadt Wien gratulieren.

Wien (OTS) - Das neunerhaus Gesundheitszentrum feiert am 19. November 2018 sein einjähriges Bestehen. „Darauf können wir gemeinsam stolz sein: Wien zeigt hier vor, wie niederschwellige, effektive und effiziente Versorgung für diese benachteiligte Zielgruppe aussehen kann“, so neunerhaus Geschäftsführerin Elisabeth Hammer. Seit der Eröffnung im Herbst 2017 erhielten hier im ersten Jahr 4.873 obdachlose, wohnungslose und nichtversicherte Menschen in den hellen und freundlichen Räumlichkeiten medizinische Versorgung und Beratung – ohne Angst vor Kosten.

Diese reicht von Allgemeinmedizin über Zahnmedizin bis zur Wundversorgung – stets gekoppelt mit Beratung durch die neunerhaus SozialarbeiterInnen. „Ich gratuliere dem neunerhaus Gesundheitszentrum und dem gesamten Team zum 1. Geburtstag! Ich freue mich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit zwischen dem Fonds Soziales Wien und neunerhaus“, so Anita Bauer, Geschäftsführerin des Fonds Soziales Wien.
 

Mit starken PartnerInnen in die Zukunft

Möglich ist das durch eine Finanzierung des Fonds Soziales Wien und der Wiener Gebietskrankenkasse, guter Kooperation mit Ärztekammer und Zahnärztekammer, sowie durch Spenden und Kooperationen. „Es ist uns wichtig, dass alle Wienerinnen und Wiener ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen können. Daher kooperieren wir bereits seit mehr als zehn Jahren mit neunerhaus und stellen so gemeinsam obdach- und wohnungslosen Menschen medizinische Versorgung zur Verfügung. Das neunerhaus Gesundheitszentrum leistet hier mit seinem einfachen Zugang einen wichtigen Beitrag“, bestätigt Ingrid Reischl Mag.a, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK).

Wichtiger Bestandteil des neunerhaus Gesundheitszentrums ist die bereits 2009 gegründete neunerhaus Zahnarztpraxis. „Für obdachlose und nicht krankenversicherte Personen sieht das österreichische Sozialsystem keine kassenzahnärztliche Basisversorgung vor. Dank des Idealismus der bei neunerhaus unbezahlt tätigen Zahnärztinnen und Zahnärzte, hat auch dieser sozial schwache Personenkreis im Bedarfsfall Zugang zu kostenloser zahnmedizinischer Hilfe“, erklärt MR DDr. Claudius Ratschew, Präsident der Landeszahnärztekammer für Wien.

„Krankheit und Wohnungslosigkeit stehen in einem engen Zusammenhang. Die Angst vor den Kosten sowie die Befürchtung, in Arztordinationen bei anderen Patientinnen oder Patienten Verunsicherung hervorzurufen, hält Obdachlose häufig davon ab, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bei neunerhaus sorgt das Team des Gesundheitszentrums, dem viele engagierte Ärztinnen und Ärzte im Haus und in Netzwerkpartnerschaften angehören, für eine Betreuung, die den speziellen medizinischen Bedürfnissen von obdachlosen und wohnungslosen Menschen gerecht wird. Als wichtige Institution im Gesundheitswesen in Wien hat die Ärztekammer die Verantwortung, eine solche Initiative tatkräftig zu unterstützen. Das tun wir seit vielen Jahren mit großer Freude und mit hohem Respekt allen Mitarbeitern und Helfern gegenüber, deren unermüdlicher Einsatz erst den Erfolg von neunerhaus garantiert“, bestätigt auch KAD Dr. Thomas Holzgruber, Kammeramtsdirektor der Ärztekammer für Wien.

Schon vor der Eröffnung des Gesundheitszentrums war die medizinische Versorgung von obdach- und wohnungslosen Menschen ein wichtiger Teil von neunerhaus – mit den neunerhaus Mobilen ÄrztInnen an mittlerweile 23 Standorten in ganz Wien (seit 2006), der neunerhaus Zahnarztpraxis (seit 2009) und Arztpraxis (seit 2013). Das neunerhaus Gesundheitszentrum vereint diese Angebote nun seit Herbst 2018 zu einem Zentrum der niederschwelligen interdisziplinären Primärversorgung.

Zum Pressekontakt

 
  

Verband der Wiener Wohnungslosenhilfe kritisiert Argumentation mit falschen Zahlen zu Obdachlosigkeit

VWWH stellt die Zahlen des Bundeskanzlers zu Obdachlosigkeit richtig und appelliert an politisch Verantwortliche, eine Reform für leistbare Mieten auf den Weg zu bringen.

Wien (OTS) - Der Verband der Wiener Wohnungslosenhilfe (VWWH) legt Wert auf eine Richtigstellung bezüglich der in letzter Zeit häufig falsch verwendeten Zahlen zur Obdachlosigkeit in Wien. Keinesfalls seien 15.000 Menschen obdachlos, wie unter anderem Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) behauptet hat. „Die Anzahl obdachloser Menschen in Wien wurde in dem Zusammenhang nicht korrekt widergegeben – statt der behaupteten 15.000 sind in Wien etwa 1.400 Menschen zum Übernachten im Notquartier gezwungen. Darüber hinaus erfüllen uns die angekündigten Kürzungen im Sozialbereich mit Sorge. Diese Kürzungen könnten tatsächlich mehr obdachlose Menschen zur Folge haben“, sagt Elisabeth Hammer, derzeit Vorsitzende des VWWH und Geschäftsführerin der Sozialorganisation neunerhaus.

Roland Skowronek, Heilsarmee, betont: „Sozialkürzungen führen nicht nur zu einem Anstieg der Zahl jener Menschen, die auf der Straße leben müssen. Daten der Statistik Austria haben auch deutlich gemacht: Armut führt auch zu einer geringeren Lebenserwartung. Für die Kinder von armutsbetroffenen Personen bedeuten Kürzungen im Sozialbereich darüber hinaus eine Fortsetzung des Lebens in Armut.“

Der VWWH unterstreicht, dass Wohnungs- und Obdachlosigkeit vielfältige Gründe haben. Insbesondere die steigenden Mietpreise, befristete Mietverträge und die unerwartet niedrige Einkommensentwicklung insbesondere im Niedriglohnsektor seien zentrale Gründe für den Anstieg der Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Österreich. „Steigende Mieten treffen alle Menschen. Für armutsgefährdete Personen reichen jedoch kleine Einkommensverluste, um von der Wohnkostenüberlastung in die Wohnungslosigkeit zu schlittern“, betont Hammer.

Dank der städtischen Winternothilfe musste in Wien vergangenes Jahr niemand erfrieren. Im Winter stehen in Wien 1.400 Schlafplätze zur Verfügung. Die Angebote der Wohnungslosenhilfe reichen über Notschlafstellen hinaus, wer sie nutzt gilt als „wohnungslos“: Sie bieten professionelle Beratung, Begleitung, Stabilität und Normalität in Übergangswohnungen – und helfen beim Weg zurück ins eigenständige Wohnen und Leben. Die Angebote der Wohnungslosenhilfe in Wien wurden in den letzten Jahren laufend bezüglich ihrer Wirksamkeit verbessert und werden jährlich von etwa 11.000 Menschen genutzt; darunter auch Personen aus ländlichen Regionen, die aufgrund der Angst vor Stigmatisierung in die Großstadt kommen.

„Wir wissen, dass die Mehrheit der wohnungslosen Menschen in Wien möglichst rasch aus dieser Krise herausfinden möchte“, sagt Waltraud Kothbauer, Rotes Kreuz Wien. „Damit die Bemühen der Sozialorganisationen und der Stadt aber auch langfristig wirken, benötigen die Betroffenen nach der Zeit der Wohnungslosigkeit leistbare und unbefristete Mieten, Arbeitsplätze mit ausreichend Lohn und Angebote für ein gesellschaftliches Miteinander. Genau hier wäre auch die Bundesregierung dringend gefordert“, so Hammer abschließend.

Elisabeth Hammer (neunerhaus), Waltraud Kothbauer (Wiener Rotes Kreuz), Roland Skowronek (Heilsarmee Österreich) für den Verband Wiener Wohnungslosenhilfe

Rückfragen & Kontakt:

Mag.a Flora Eder, Leitung Kommunikation neunerhaus, Tel.: +43 990 09 09 960, M +43 650 9890911, flora.eder@neunerhaus.at

 
  

„Geht's noch? Psychisch krank und wohnungslos“

Die Zahl psychisch kranker unter obdach- und wohnungslosen Menschen steigt. Der aktuelle Situationsbericht des Verbands Wiener Wohnungslosenhilfe (VWWH) liefert die Fakten.

Wien (OTS) - Anlässlich der Präsentation des Situationsberichts durch den VWWH haben die Mitglieder des aktuellen Vorstandes klare Forderungen bzw. Appelle an die politischen Entscheidungsträger gerichtet. Roland Skowronek von der Heilsarmee: „Es fehlen nicht nur personelle Ressourcen und Therapieangebote, sondern vor allem auch leistbarer Wohnraum und der Ausbau von spezifischen Wohnangeboten wie Housing First und Teilbetreutes Wohnen. Denn gerade psychisch Kranke benötigen ein stabiles Wohnumfeld und eine soziale Grundversorgung, damit Krisen frühzeitig erkannt und bewältigt werden können oder gar nicht erst auftreten. Armut und in Folge Wohnungslosigkeit treffen psychische Kranke daher besonders hart.“

Ohne psychische Stabilität, gelingt kein Wohnen

2012 gaben in einer Evaluierungsstudie des VWWH bereits 39% der Befragten an, akute psychische oder seelische Beschwerden zu haben. Sogar 49% gaben an lebensgeschichtlich Probleme mit der psychischen Gesundheit zu haben. Dass diese Zahlen steigen, wird in der täglichen Praxisarbeit in den Einrichtungen verstärkt wahrgenommen. Denn Wohnen und Gesundheit gehören zusammen – ohne psychische Stabilität, gelingt kein Wohnen. Daher braucht es mehr unterstützende Angebote in den Einrichtungen vor Ort. Elisabeth Hammer, neunerhaus Geschäftsführerin: „Was es zusätzlich braucht sind spezialisierte Angebote, die Tagesstruktur schaffen und mehr betreute Wohnplätze. Zudem bemerken wir einen Anstieg in der Nachfrage nach Allgemeinmedizin und psychiatrischen Angeboten, die unkompliziert zugänglich sind – und zwar unabhängig vom Versicherungsstatus.“

Spezifische Angebote für wohnungslose Frauen

„Seit ca. 20 Jahren gibt es in Österreich ein gewachsenes Bewusstsein dafür, dass die Wohnungslosigkeit von Frauen ein spezifisches Gesicht hat und es deshalb auch spezifische Unterstützungsangebote für wohnungslose Frauen braucht“, hält Elke Beermann, Leiterin des Bereichs „Hilfe in Not“ der Caritas der Erzdiözese Wien, fest. „Zwei Jahrzehnte Erfahrung bei frauenspezifischen Angeboten der Wohnungslosenhilfe zeigen aber auch, was „heilsam“ wirkt: Gesichertes Wohnen in geschützten Räumen, in denen die betroffenen Frauen keine Angst vor Übergriffen haben müssen; hochqualifizierte, multiprofessionelle Teams mit angemessenem Personalschlüssel und psychiatrische Liaison-Dienste, die hartnäckig dranbleiben, ohne aufdringlich zu sein. „Nicht immer wird völlige psychische Gesundung ein realistisches Ziel sein. Aber wir verfügen über genügend Erfahrung, um zu wissen, was zu tun ist, um die Lebensqualität von psychisch kranken Frauen zu stabilisieren oder gar zu verbessern. Der Weg ist bekannt – wir müssen ihn als Gesellschaft nur gehen“, so Elke Beermann.

Rückfragen & Kontakt:

Pressesprecher Wiener Rotes Kreuz
Alexander Tröbinger
Tel: +43/6648583777
Mail: alexander.troebinger@wrk.at

Pressesprecher Caritas der Erzdiözese Wien
Martin Gantner
Tel: +43/664/889 52 760
Mail: martin.gantner@caritas-wien.at

 
 

Haarschneideaktion der Barber Angels für obdachlose Menschen am 2.9. in Wien

Am 2. September verwandeln bei „Street Style“ 23 FriseurInnen die Straße zum Friseursalon: Die Barber Angels kommen zu neunerhaus – und erstmals nach Wien!

„du bist wichtig“: Das ist der Claim von neunerhaus, und das setzt der Soziale Friseurverein – Barber Angels Brotherhood Austria am 2. September ab 14:00 in Rahmen der Veranstaltung „Street Style“ vor dem neunerhaus Café gekonnt in Szene. 23 FriseurInnen werden die Straße kurzerhand zum Friseursalon machen – frei nach dem Motto: Herzeigen. Haar zeigen. Herz zeigen.

Schauspielerin Proschat Madani, bekannt aus ihrer Rolle als Anwältin in der ORF-Sendung „Vorstadtweiber“, lässt zu diesem Anlass ebenfalls ihre Haare schneiden. Begleitet wird das Event von Live-Konzerten von Harry Ahamer Acoustic Duo und Tini Trampler & Playbackdolls. Es gibt Kulinarisches auf Spendenbasis von Haubenkoch Patrick Müller und eine humorvolle Moderation von Schauspielerin Susanne Pöchacker. Führungen durch das neunerhaus Gesundheitszentrum runden das Programm ab.

„Street Style soll ein lautes Zeichen für eine Weltstadt Wien sein, in der niemand aufgrund seines Aussehens oder der Größe seiner Geldbörse ausgeschlossen werden sollte“, sagt neunerhaus Geschäftsführerin Daniela Unterholzner. „Street Style ist aber auch das neunerhaus Sommerfest. Hier feiert eine bunte Mischung an Menschen gemeinsam. Das ist uns besonders wichtig, denn auch die beste Hilfe kann langfristig nicht das gute soziale Miteinander ersetzen“, ergänzt neunerhaus Geschäftsführerin Elisabeth Hammer.

Unterstützt wird neunerhaus dabei von den Barber Angels FriseurInnen. „Wir wollen mit einem gepflegten Äußeren Würde und Selbstwertgefühl geben“, sagt der Präsident der „Barber Angels Brotherhood Österreich“ Johann Glaser. „Jobverlust, Partnerverlust, Wohnungsverlust – dieses Schicksal kann jeden von uns jederzeit treffen.“ Glaser engagiert sich, „weil ich im Leben bisher viel Glück gehabt habe. Ob Gesundheit, Finanzen und Beruf: Es war immer alles top“. Jetzt geben die Barber Angels etwas zurück.

 

Wie neunerhaus hilft

neunerhaus ist eine Sozialorganisation mit Sitz in Wien, die obdachlosen und armutsgefährdeten Menschen ein selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben ermöglicht. Ziel ist es, Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, um ihre Lebenssituation nachhaltig zu verbessern. In drei Wohnhäusern sowie über 170 Wohnungen in ganz Wien wohnen jährlich etwa 570 Menschen. Etwa 4.400 Menschen erreicht das neunerhaus Gesundheitszentrum jedes Jahr. Damit sich die Situation der Betroffenen langfristig verbessert, müssen nachhaltige Lösungen geschaffen und Rahmenbedingungen angepasst werden.

neunerhaus wird vom Fonds Soziales Wien gefördert und hat einen aufrechten Vertrag mit der Wiener Gebietskrankenkasse. Einen wichtigen Beitrag leisten auch die BewohnerInnen mit der Zahlung einer Miete.

Für nicht finanzierte Aufwendungen und um ambitionierte Vorhaben umsetzen zu können, ist neunerhaus auf Spenden angewiesen. Seit 2004 ist neunerhaus ständiger Träger des Österreichischen Spendengütesiegels.

 

Street Style: Haarschneideaktion für obdachlose Menschen

Wo: neunerhaus Café, Margaretenstraße 166, 1050 Wien

Wann: 2.9.2018 ab 14:00 Uhr

Pressekontakt

 
 

Hofer unterstützt neunerhaus – starker Partner für medizinische Versorgung

Wien, 19. Juni - Im Rahmen einer dreijährigen Kooperation fördert Hofer die medizinische Versorgung von neunerhaus, um auch in Zukunft der steigenden Nachfrage an ärztlicher Hilfe für wohnungs- und obdachlosen Menschen gerecht zu werden. Seit Beginn dieses Jahres baut neunerhaus, Sozialorganisation mit Sitz in Wien, auf die Unterstützung von Lebensmittelhändler Hofer. Im Herbst 2017 eröffnet das neue neunerhaus Gesundheitszentrum für Menschen in Krisensituationen.

"Durch die finanzielle Unterstützung von Hofer ist es uns möglich, unser medizinisches Angebot für wohnungs- und obdachlose Menschen auch in Zukunft nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern noch zu verstärken. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden – allein im letzten Jahr haben wir fast 4.000 PatientInnen versorgt – bauen wir das neue neunerhaus Gesundheitszentrum und freuen uns, mit Hofer einen starken Partner an Board zu haben", so Markus Reiter, Geschäftsführer. Im Rahmen von "Projekt 2020" setzt Hofer stark auf Nachhaltigkeit und ein faires Miteinander. Dazu zählt u. a. auch ein Angebot an frischen, regionalen und vor allem gesunden Lebensmitteln, die für alle leistbar sind. Die Kooperation mit neunerhaus ist für Hofer ein wichtiger und logischer Schritt, da Gesundheit das höchste Gut ist und allen Menschen, unabhängig von Herkunft und sozialer Stellung, zugänglich gemacht werden sollte.

Steigende Nachfrage nach medizinischer Versorgung

Das medizinische Angebot von neunerhaus umfasst die neunerhaus Arztpraxis, die neunerhaus Zahnarztpraxis sowie die mobil aufsuchende medizinische Versorgung (Team neunerhausarzt) an 20 Standorten. Mit seinem einzigartigen und innovativen Zugang aus medizinischer Versorgung und Sozialarbeit hilft neunerhaus seit über 10 Jahren Menschen mit und ohne e-card und schließt somit eine wichtige Lücke in der gesundheitlichen Versorgung von wohnungs- und obdachlosen Menschen. Und die Nachfrage ist enorm: Seit 2010 hat sich die Anzahl an PatientInnen in den neunerhaus Ordinationen mehr als verdoppelt, bis 2020 geht neunerhaus von einem weiteren Anstieg bis zu 6.000 PatientInnen aus. "Mit der Unterstützung des Lebensmittelhändlers Hofer können wir der immer größer werdenden Nachfrage an unseren Angeboten gerecht werden und gezielt auf neue PatientInnengruppen wie zum Beispiel armutsgefährdete Familien oder auch alleinerziehende Mütter mit Kindern eingehen, sowie die Öffnungszeiten erweitern", so Markus Reiter.

NEU ab Herbst 2017:  neunerhaus Gesundheitszentrum

Auf über 800 m2 erweitert neunerhaus am Standort Margaretenstraße 166 sein medizinisches Versorgungsangebot mit der Errichtung des neuen neunerhaus Gesundheitszentrums – mit  neunerhaus Arztpraxis, neunerhaus Zahnarztpraxis, neunerhaus Tierärztliche Versorgung unter einem Dach. Gleichzeitig setzt neunerhaus auf verstärkte Interdisziplinarität durch fachärztliche Angebote sowie Sozialarbeit, Pflege, psychologische Unterstützung und Peer Support (= Hilfestellung durch geschulte GesprächspartnerInnen mit Betroffenenkompetenz, also Menschen, die  ähnliches erfahren, erlebt und gemeistert haben.). Neu ist auch das neunerhaus Café, ein großer Willkommensbereich als Begegnungsort für alle zum "niederschwelligen Andocken".

neunerhaus – Hilfe für obdachlose Menschen

neunerhaus wurde 1999 gegründet und wird vom Fonds Soziales Wien, der Wiener Gebietskrankenkasse sowie von privaten Unternehmen gefördert.  Derzeit betreibt neunerhaus drei Wohnhäuser sowie Housing First für wohnungs- und obdachlose Menschen. In den Wohnhäusern sowie rund 80 Wohnungen werden 500 Menschen jährlich sozialarbeiterisch betreut. 2006 starteten die neunerhaus ÄrztInnen mit ihrer Arbeit direkt in Einrichtungen für wohnungslose Menschen. 2009 wurde dieses Angebot um die neunerhaus Zahnarztpraxis – die österreichweit einzige Praxis ihrer Art - ergänzt. 2013 eröffnete die allgemeinmedizinische neunerhaus Arztpraxis - die erste ambulante Arztpraxis für obdach- und wohnungslose Menschen. Seither werden  bei neunerhaus am zentralen Standort Margaretenstraße 166 medizinische Leistungen kombiniert mit sozialarbeiterischer Beratung und Hilfestellung angeboten. Zudem arbeitet das mobile neunerhaus Ärzteteam in 20 verschiedenen Einrichtungen in ganz Wien. Mit Herbst 2017 eröffnet neunerhaus sein neues Gesundheitszentrum und eine niederschwellige Erstberatung für sozial benachteiligte und wohnungslose Menschen.

www.neunerhaus.at

neunerhaus: Kein Mensch ist illegal

Wien (OTS) - "Jeder Mensch braucht Obdach und Versorgung". Dieser einfach klingende Satz ist Inhalt des Artikels 25 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

In Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, der NGOs und der Stadt Wien hilft neunerhaus seit Jahren Menschen dabei, ein Dach über dem Kopf zu finden.

"Menschen jegliche soziale Unterstützung zu streichen, nur weil sie – aus verschiedensten Gründen – nicht gleich in ihr Herkunftsland reisen können, halte ich für inhuman und keineswegs zielführend. Wovon sollen diese Menschen denn leben? Sämtliche Bemühungen, weniger obdachlose Kinder, Frauen und Männer in der Stadt Wien zu haben, werden dadurch zerstört", so Markus Reiter, Geschäftsführer neunerhaus, "Es braucht ausreichende, sichere und vertrauensvolle Versorgung und eben nicht Illegalisierung, um Sicherheit für alle in der Stadt zu garantieren."

Seit Jahren setzt neunerhaus auf erfolgreiche Kooperation mit der Stadt Wien und dem Fonds Soziales Wien zur Prävention und Beendigung von Obdach- und Wohnungslosigkeit. "Wir sind der Meinung, dass die Schaffung von menschenwürdigem Wohnraum eine der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen in den nächsten Jahren sein wird – und zwar für alle, die es brauchen – unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialen Status", so Markus Reiter.

neunerhaus – Hilfe für obdachlose Menschen

neunerhaus wurde 1999 gegründet und wird vom Fonds Soziales Wien und der Wiener Gebietskrankenkasse gefördert. Derzeit betreibt neunerhaus drei Wohnhäuser sowie Housing First für wohnungs- und obdachlose Menschen in Wien. In den Wohnhäusern sowie rund 80 Wohnungen werden 500 Menschen jährlich sozialarbeiterisch betreut. Darüber hinaus werden in der neunerhaus Arztpraxis, der neunerhaus Zahnarztpraxis und mit den mobilen neunerhaus ÄrztInnen 3.500 wohnungs- und obdachlose Menschen jährlich medizinisch versorgt – Tendenz steigend. www.neunerhaus.at

Rückfragen & Kontakt:

NIKOLAUS KUNRATH 
Leitung Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit 
neunerhaus – Hilfe für obdachlose Menschen 
T +43 1 990 09 09 960, M +43 664 5000 799 
nikolaus.kunrath@neunerhaus.at 
www.neunerhaus.at

1. März 2017

Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAWO)

PRESSEINFORMATION

Wien, 16. November 2016

BAWO: Wer die Mindestsicherung kürzt, nimmt eine Zunahme von Wohnungslosigkeit in Kauf Verschlechterungen der Mindestsicherung führen zur Armutsverfestigung – das Beispiel Niederösterreich darf nicht Schule machen: Wohnkosten schon jetzt unzureichend gedeckt.

Verschlechterungen in Niederösterreich führen zu Armutsverfestigung

Die BAWO – Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe kritisiert die in Niederösterreich vorgesehenen Verschlechterungen der Leistungen der Mindestsicherung und des Wohnzuschusses scharf: „Die Einführung einer Deckelung von 1500 Euro und die Wartefrist für Asylberechtigte führen zu mehr Armut, besonders für Kinder und große Familien und sind ein Verstoß gegen geltendes Menschenrecht“, so die BAWO-Obfrau Elisabeth Hammer. Die Kürzungen auf die sogenannte Mindestsicherung-Integration um weitere 200,- Euro sind diskriminierend, bedrohen die Existenzgrundlagen der Betroffenen und verschärfen soziale Ungleichheit. Keinesfalls darf dieses Beispiel Schule machen und zur Verschlechterung der Leistungen der Mindestsicherung in ganz Österreich führen.


Leistungen der Mindestsicherung decken gegenwärtige Wohnkosten nur unzureichend
209,44 Euro – das ist jener Betrag, der für das Wohnen einer Einzelperson im Rahmen der Mindestsicherung derzeit vorgesehen ist. Die tatsächlichen Wohnkosten übersteigen diesen Beitrag um ein Vielfaches, und die Zahlen belegen dies: So sind laut Daten der Statistik Austria in Österreich rund 28% der ausgrenzungsgefährdeten Menschen von einer Wohnkostenüberbelastung betroffen, denn der Aufwand für Wohnen beträgt mehr als 40% ihres Haushaltseinkommens. Eine Kürzung und Verschärfung der Mindestsicherung drängt immer breitere Bevölkerungsgruppen in Armut und Wohnungsnot.

Effektive Wohnungslosenhilfe gelingt nur mit existenzsichernden Leistungen
und leistbarem Wohnraum
Ziel der Wohnungslosenhilfe ist nicht zuletzt die Beendigung von Wohnungslosigkeit und damit die Umsetzung des Grundrechts auf Wohnen. Dies kann nur mit existenzsichernden Leistungen gelingen. „Wer bei der Mindestsicherung spart, stellt die Nachhaltigkeit der Sozialen Arbeit in der Wohnungslosenhilfe in Frage – und raubt den Betroffenen die Perspektive eines selbständigen Wohnens. Die BAWO fordert deshalb für den Bedarfsfall eine Übernahme der Mietkosten in der tatsächlichen Höhe“, so Elisabeth Hammer.

Wer die Mindestsicherung kürzt, nimmt eine Zunahme von Wohnungslosigkeit in Kauf. Doch nicht nur das: Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch schlechte Wohnverhältnisse und erschwerte Bildungsbeteiligung für Kinder und Jugendliche sind Beispiele für unmittelbare Effekte, deren Wirkungen die gesamte Gesellschaft zu tragen hat. Die Aushöhlung sozialer Sicherung betrifft uns alle – leistbares Wohnen, Zugang zum Arbeitsmarkt sowie existenzsichernde Einkommen und Transferleistungen – das sind die Themen der Zukunft für breite Bevölkerungsgruppen. Bei diesen Fragen braucht es strukturelle Verbesserungen – JETZT.


Rückfragen & Kontakt

Elisabeth Hammer
BAWO Obfrau
Gerichtsgasse 3/2/3, 1221 Wien
Mobile: + 43 (0) 699 1 952 0456
Email: elisabeth.hammer@bawo.at
www.bawo.at

Wehsely/Hebein: "Housing First wirkt: 98% wohnen wieder stabil in eigener Wohnung"

Mi, 02.Mär 2016

SPÖ/Wien/Klub/Wehsely/Hebein

Utl.: Stadt Wien intensiviert Weg zurück für obdachlose Menschen

Wien (OTS/SPW-K) - "Die rot-grüne Stadtregierung hat in ihrem Regierungsübereinkommen festgeschrieben, dass Strategien zur Prävention und Beendigung von Obdach- und Wohnungslosigkeit mit KooperationspartnerInnen weiter entwickelt und Schwerpunkte gesetzt werden", so die zuständige Stadträtin, Sonja Wehsely, angesichts der Verlängerung des Projekts Housing First des Neunerhauses. Aufgrund der aufgestockten Kapazitäten, unterstützte die Stadt Wien alleine für das Jahr 2015 das Housing First Projekt der Wohnungslosenhilfsorganisation Neunerhaus mit über 700.000 Euro. 

"Wir wollen Housing First und das Angebot für junge Obdachlose, Menschen mit Mehrfachproblematiken und Frauen, die oft von verdeckter Wohnungslosigkeit betroffen sind, weiterentwickeln und die Menschen dabei unterstützen, wieder einen Weg zurück zu finden. Die jetzige Evaluierung gibt uns Recht: das Leben der Menschen hat sich positiv verändert, 98% der Menschen sind nun dauerhaft in ihrer eigenen Wohnung" betont die Grüne Sozialsprecherin Birgit Hebein.

Housing First ist ein Konzept, das die Selbstbestimmung und die soziale Inklusion der betroffenen Menschen in den Vordergrund stellt. In Verbindung mit der Anmietung einer eigenen Wohnung werden obdachlose Menschen dabei unterstützt, stabil und selbständig wohnen zu können.

"Wohnungslosigkeit bedeutet ein Leben unter großem physischen und psychischen Druck. Mit der Wiener Wohnungslosenhilfe sorgt die Stadt Wien über den Fonds Soziales Wien dafür, dass niemand auf der Straße leben muss. Die Stadt Wien stellt dafür jedes Jahr mehr als 60 Millionen Euro zur Verfügung. Damit finanziert und unterstützt die Stadt viele verschiedene Einrichtungen. Das Housing First Projekt des Neunerhaus ist dabei ein wichtiger Teil. Es bietet wohnungslosen Menschen ein neues Zuhause und hilft beim Weg zurück in die eigenen vier Wände", betont die Stadträtin.

Gemeinsam mit Delogierungsprävention, damit drohender Wohnungsverlust abgewendet wird, der Schaffung von leistbarem Wohnraum und einem Ausbau von Housing First setzt Wien wichtige Schritte.

Die Grüne Sozialsprecherin ergänzt abschließend: "Auch in Wien hat sich klar gezeigt, dass Housing First wirkt. Vertrauen in die Menschen und professionelle soziale Arbeit helfen dabei am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und Stigmatisierung zu verhindern. Dieser Paradigmenwechsel zu den eigenen vier Wänden ist genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgt."

~ Rückfragehinweis:   
SPÖ Wien Rathausklub    (01) 4000-81925   
www.rathausklub.spoe.at      
Pressereferat    (+43-1) 4000 - 81766   
presse.wien@gruene.at   
http://wien.gruene.at