Peer-Arbeit im neunerhaus Gesundheitszentrum
Ankommen. Vertrauen fassen. Unterstützung finden.
Peer-Mitarbeiter*innen erleichtern Menschen das Ankommen im neunerhaus Gesundheitszentrum. Sie hören zu, geben Orientierung und schaffen Zugänge zu medizinischer Versorgung, psychosozialer Unterstützung und Sozialarbeit. Dabei bringen sie eine besondere Expertise mit: eigene Erfahrungen mit Obdach- oder Wohnungslosigkeit.
Aus Erfahrung wird Expertise
Wer selbst Obdach- oder Wohnungslosigkeit erlebt hat, kennt viele der Hürden, die es erschweren, Unterstützung anzunehmen. Erfahrungen mit Ausgrenzung, Scham oder das Gefühl, nicht verstanden zu werden, können das Vertrauen in Hilfsangebote beeinträchtigen.
Peer-Mitarbeiter*innen nutzen ihre eigenen Erfahrungen, um andere Menschen zu unterstützen. Die Grundlage ihrer Arbeit ist reflektiertes Erfahrungswissen: Sie haben sich im Rahmen ihrer Ausbildung mit der eigenen Geschichte auseinandergesetzt und gelernt, dieses Wissen in ihre berufliche Tätigkeit einzubringen. So entsteht ein Zugang, der auf Verständnis und Begegnung auf Augenhöhe beruht.
Zeit zum Zuhören, Raum zum Ankommen
Im neunerhaus Gesundheitszentrum sind Peer-Mitarbeiter*innen Ansprechpersonen für Menschen, die mit ganz unterschiedlichen Anliegen zu uns kommen. Manchmal braucht es zunächst ein Gespräch, um Vertrauen zu fassen. Manchmal geht es darum, sich zurechtzufinden, Fragen zu stellen oder auszusprechen, was gerade belastet.
Peers hören zu, nehmen Anliegen ernst und unterstützen Menschen dabei, ihre Bedürfnisse und Wünsche einzubringen. Die Erfahrung, mit jemandem zu sprechen, der ähnliche Situationen kennt, kann Sicherheit geben und Mut machen, weitere Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Zugänge schaffen
Peer-Arbeit baut Beziehungen auf und erleichtert den Kontakt zu den anderen Berufsgruppen im Gesundheitszentrum. Dazu gehört auch, einen Zugang zur Sozialarbeit zu schaffen: Im Gespräch können Anliegen sichtbar werden, bei denen sozialarbeiterische Beratung weiterhilft. Peers unterstützen dabei, diesen Kontakt herzustellen.
Im Mittelpunkt stehen die Menschen mit ihren jeweiligen Bedürfnissen und ihrem eigenen Tempo. Peer-Mitarbeiter*innen tragen dazu bei, dass Unterstützung zugänglich wird und Menschen sich willkommen und ernst genommen fühlen.
Eine wichtige Perspektive im Team
Peer-Mitarbeiter*innen sind Teil des interdisziplinären Teams im neunerhaus Gesundheitszentrum. Ihr Erfahrungswissen ergänzt die Expertise aus Medizin, Pflege und Sozialarbeit. Sie bringen die Perspektive von Menschen mit eigener Erfahrung mit Obdach- oder Wohnungslosigkeit ein und helfen dabei, Hürden zu erkennen und Angebote weiterzuentwickeln.
So stärkt Peer-Arbeit eine Gesundheitsversorgung, die den Menschen in seiner gesamten Lebenssituation wahrnimmt.