Ehrenamtliches Engagement in der Ordination

Urologe Markus R. ist ehrenamtlicher Facharzt bei neunerhaus © neunerhaus

Markus R. ist Urologe in Wien und zieht aus seiner Arbeit viel Kraft. Für neunerhaus behandelt er ehrenamtlich Patient*innen, die nichtversichert, obdach- oder wohnungslos sind. Ein Gespräch über Unterschiede, Zeitspenden und medizinische Versorgung für alle.

Sie behandeln seit sechs Jahren kostenlos Patient*innen für neunerhaus. Wie ist es dazu gekommen?

Ich wurde damals einfach gefragt. Mir geht es gut: Ich habe eine Familie und ein gutes Leben – so kann ich der Gesellschaft etwas zurückgeben. Es ist unser aller Pflicht, einen geringen Beitrag zu leisten, damit es auch anderen gut geht. In diesem Fall helfen wir Patient*innen, die keine Versicherung haben. Wir schauen uns eine Person pro Woche an – das schafft man leicht.

Sie spenden Zeit und stellen Expertise zur Verfügung. Warum haben Sie sich für das Ehrenamt entschieden?

Klar kann man Geld spenden, auch das ist eine gute Sache. Wenn ich jedoch Menschen sehe, die Hilfe benötigen und ich ihnen direkt helfen kann, dann ist das etwas anderes.

Was zeichnet die Patient*innen aus, die Sie für neunerhaus behandeln?

In der Mehrheit sind es Patienten, denen man ansieht, dass sie es im Leben nicht leicht gehabt haben.

Unterscheiden sie sich stark von Ihren Privat- oder Kassen-Patient*innen?

Nein, überhaupt nicht. Sie haben genauso ihre neurologischen Erkrankungen, ihre Probleme beim Wasserlassen, mit der Potenz oder kommen aufgrund von Tumorerkrankungen.

„Sie sollten die Versorgung bekommen, die sie brauchen – wie jede*r andere in Österreich auch.“

Markus R. setzt sich mit neunerhaus für eine Gesundheitsversorgung für alle ein.
Was würden Sie Kollegen und Kolleginnen raten, die sich überlegen, ehrenamtlich für neunerhaus zu arbeiten?

Ich kann das nur empfehlen. Wenn es einem zu viel wird, kann man es ja wieder streichen. Aber ich würde es auf jeden Fall ausprobieren, denn man hilft Menschen, die es im Leben schwer haben. Und, an wen sollten sie sich sonst wenden?

„Es gibt immer eine Möglichkeit sich zu engagieren – ob mit Spenden oder karitativ. Jede*r kann seinen Beitrag leisten, damit es anderen Menschen besser geht.“

Als ehrenamtlicher Facharzt möchte Markus R. etwas zurückgeben.

20 Jahre Gesundheit für alle

Über 36.000 obdach- und wohnungslose sowie nichtversicherte Menschen wurden in den letzten 20 Jahren von neunerhaus medizinisch versorgt. Gesundheit darf kein Privileg sein. Dafür setzt sich neunerhaus täglich ein.

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