
Nach ihrer Trennung stand Yvonne G. auf der Straße. Ihr Weg aus der Wohnungslosigkeit war kein leichter. Der Boden war unstet, schwammig, es war schwer, darauf sichere Schritte zu setzen. neunerhaus hat die heute 46-Jährige begleitet. Von ihrem Einzug in die eigene Wohnung bis zu ihrem Abschluss am neunerhaus Peer Campus.
Du hast die Ausbildung frisch in der Tasche, was wünscht du dir für deine Zukunft?
Einen sicheren Job. Der Boden war lange Zeit schwammig. Mit einer Arbeit und einer Wohnung ist das Leben stabiler und ruhiger.
Was gehört für dich zu einem guten Leben?
Ich habe eine Wohnung im 22. Wiener Gemeindebezirk, sie liegt zwischen der Alten und Neuen Donau. Ich liebe das Wasser und darum auch meine Wohnung. Ich kann von der Arbeit heimkommen, abschalten, mich zum Wasser setzen, schwimmen gehen.
„Eine Wohnung ist das A und O. Seit 1. Februar 2026 bin ich Hauptmieterin. Ich bin aus dem System Wohnungslosenhilfe ausgestiegen. Meine Wohnung ist mein Rückzugsort, ich kann die Tür hinter mir zu machen.“
neunerhaus Peer Campus-Absolventin Yvonne G. weiß um die Bedeutung einer Wohnung.
Wie war es als Frau wohnungslos zu sein?
Das System stößt einen mit dem Kopf gegen die Wand. Man ist mal erdrückt, erschlagen. Es ist ein schwerer Kampf, da wieder rauszukommen. Es war eine schwierige Zeit.
Hast du irgendwann auf der Straße gelebt?
Nein, auf der Straße war ich nie. Ich wurde gleich in einer Einrichtung untergebracht. Dort war ich eigentlich gut aufgehoben, ich hatte es warm, eine Dusche, einen Kühlschrank. Ich hatte sogar ein Zimmer für mich allein, das war schon gut so. Aber trotzdem waren die Umstände extrem schwierig.
Wie haben die Menschen auf dich reagiert, als du wohnungslos warst?
Ich bin offen damit umgegangen. Ich habe gesagt, wie es ist, wer bleibt, bleibt und wer geht, geht. Ich mache da keinen Bahö daraus.
„Man sollte nicht vorschnell urteilen, wenn man das Leben des anderen nicht kennt.“
Yvonne G. über die Obdach- und Wohnungslosigkeit.
Worauf bist du stolz?
Dass ich meine eigene Wohnung habe und zu arbeiten beginne. Ich kann sehr stolz sein, dass ich das gemeistert habe.
neunerhaus unterstützt: Von der Wohnungssuche bis zum erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung.
Nur eine eigene Wohnung beendet Wohnungslosigkeit. Yvonne G. stand nach einer Trennung auf der Straße und wohnte ein Jahr lang in einem Übergangsquartier für obdach- und wohnungslose Menschen. Sozialarbeiter:innen von neunerhaus begleiteten sie auf dem Weg zurück in eine eigene, leistbare und unbefristete Wohnung. neunerimmo, die Tochtergesellschaft von neunerhaus, konnte diese Wohnung erfolgreich vermitteln. 2026 schloss Yvonne G. die Ausbildung zur Peer der Wohnungslosenhilfe am neunerhaus Peer Campus ab.
Peers der Wohnungslosenhilfe – Erfahrung wird zur Expertise
Am neunerhaus Peer Campus absolvieren ehemals obdach- und wohnungslose Menschen einen siebenmonatige Ausbildung. Diese Ausbildung befähigt sie zur Arbeit in der Wohnungslosenhilfe und ermöglicht ein eigenständiges Einkommen.