
Harald K. absolvierte 2026 den neunerhaus Peer Campus. Auch 2026 lud die Kunsthalle Wien obdach- und wohnungslose Menschen zu Führungen und Workshops ein. Seine Geschichte und die Initiative zeigen, dass kulturelle Teilhabe kein Luxus sein darf, sondern sozialer Inklusion und psychische Gesundheit fördert.
Harald K. spricht offen über seine Vergangenheit. Er erzählt, wie er einen Lehrberuf ergriff, der ihm nie Erfüllung brachte. Wie er deshalb den Weg in die Gastronomie einschlug, dort mit Drogen in Berührung kam und wie er durch seine Suchterkrankung vieles verlor. Er wurde obdachlos und musste Haftstrafen verbüßen. Er wolle nichts beschönigen, sagt er. Schließlich erhielt er einen Platz in einem Übergangsquartier. In dieser Zeit besuchte er regelmäßig Museen und Ausstellungen. Ohne Kunst, sagt er, hätte er nicht gewusst, wie er diese Zeit überstanden und überlebt hätte. Dabei wurde ihm die Liebe zur Kunst nicht in die Wiege gelegt: „Ich war schon immer kunstaffin, aber im Elternhaus hatte das keinen Wert“, erzählt Harald K.
Mittlerweile lebt er wieder in seinen eigenen vier Wänden und verdient sein Geld als Peer der Wohnungslosenhilfe. Die Ausbildung dazu schloss er dieses Jahr am neunerhaus Peer Campus ab. Ganz zufrieden ist der 59-Jährige noch nicht: „Ich weiß, dass ich heute ganz woanders stehen könnte, wenn das alles nicht gewesen wäre.“ Aber, so sagt er, „vielleicht ist das auch mein Motor, weiterzumachen.“