Wo Gesundheit kein Privileg ist

Stephan Gremmel, Elisabeth Hammer, Korinna Schumann © David Habermann

neunerhaus Gesundheitszentrum: Verbände werden gewechselt, Zähne gerichtet und Leben gerettet, es wird zugehört, Trost gespendet, Perspektiven gemeinsam erarbeitet und Existenzen gesichert. Seit 20 Jahren leistet neunerhaus medizinische Versorgung für obdach- und wohnungslose sowie nichtversicherte Menschen und schafft damit die Basis für ein würdevolles Leben. Die Zahl der Patient*innen hat sich seit Beginn verzehnfacht. Gemeinsam mit Gesundheitsministerin Korinna Schumann sprach man über Chancen und Herausforderungen der niederschwelligen und integrativen medizinischen Versorgung.

Gesundheit und Soziales zusammendenken – von Anfang an

Unterstützung für obdach- und wohnungslose Menschen bedeutet für neunerhaus von Anfang an auch gesundheitliche Versorgung: 2006 startete eine Handvoll neunerhaus Ärzt*innen medizinische Versorgungseinsätze in Einrichtungen der Wiener Wohnungslosenhilfe – aus der Überzeugung heraus, dass ein Dach über dem Kopf allein nicht gesund macht. Das Angebot wurde stetig erweitert und weiterentwickelt. Heute finden obdach-, wohnungslose und nichtversicherte Menschen im neunerhaus Gesundheitszentrum im 5. Wiener Gemeindebezirk allgemeinmedizinische, zahnmedizinische, psychosoziale und sozialarbeiterische Unterstützung – kostenlos, unbürokratisch und niederschwellig. Ohne Anmeldung, bei Bedarf anonym und mit Videodolmetsch in vielen Sprachen schafft neunerhaus Zugänge für Menschen, die im bestehenden System oft auf Hürden und Ausschlüsse stoßen. Zusätzlich sind Ärzt*innen in vielen Einrichtungen der Wiener Wohnungslosenhilfe aufsuchend im Einsatz und über das neunerhaus Gesundheitstelefon erreichbar.

„Unser Ziel war und ist es, keine Parallelstrukturen zu schaffen, sondern ein integriertes und niederschwelliges Gesundheitsangebot, das für alle Menschen zugänglich ist. Unsere langjährige Expertise in der Wohnungslosenhilfe ist dabei auch für das gesamte Gesundheitssystem relevant. Gesundheit und Soziales muss zusammengedacht werden – aktuell mehr denn je.“

Elisabeth Hammer, neunerhaus Geschäftsführung.

„Durch Innovationskraft, niederschwellige Angebote und einen konsequent ganzheitlichen Blick auf die Menschen setzt neunerhaus wichtige Maßstäbe für eine zukunftsorientierte Gesundheitsversorgung. Im Rahmen der aktuellen Gesundheitsreform arbeiten wir daran, Versorgung gerechter, niederschwelliger und für alle zugänglich zu machen. neunerhaus ist dafür ein wichtiger Partner in einem solidarischen Gesundheitssystem.“

Korinna Schumann, Bundesministerin für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
Über 36.000 Patient*innen in 20 Jahren

Insgesamt wurden in den letzten 20 Jahren über 36.000 Menschen medizinisch versorgt. Allein das neunerhaus Gesundheitszentrum in Wien Margareten zählt jährlich knapp 6.000 Patient*innen, darunter fast 250 Kinder.

„Eine niederschwellige, möglichst barrierefreie und rechtzeitige Gesundheitsversorgung wirkt sich nicht nur auf die Gesundheit einzelner aus, sie stärkt gesellschaftliche Teilhabe, hat positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und erspart oft hohe Folgekosten für Akutbehandlungen.“

Stephan Gremmel, Geschäftsführung neunerhaus Gesundheit

20 Jahre Gesundheit für alle

Über 36.000 obdach- und wohnungslose sowie nichtversicherte Menschen wurden in den letzten 20 Jahren von neunerhaus medizinisch versorgt. Gesundheit darf kein Privileg sein. Dafür setzt sich neunerhaus täglich ein.

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