
Beim ersten neunerhaus Policy Lab diskutierten Expert*innen, wie soziale Organisationen auch weiter handlungsfähig bleiben und gemeinsam strukturelle Veränderung erreichen können.
Der Druck auf den Sozialbereich wächst: Budgets werden knapper, der öffentliche Ton wird rauer und soziale Probleme werden zunehmend einzelnen Menschen zugeschrieben. Vor diesem Hintergrund lud neunerhaus gestern zum ersten Policy Lab in den Wiener Markhof. Die Veranstaltung knüpft an die langjährige Erfahrung von neunerhaus in der Wohnungslosenhilfe sowie an Schnittstellen zu Wohnen, Gesundheit und Arbeit an.
Wie können soziale Organisationen über die Unterstützung einzelner Menschen hinaus gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen mitgestalten und systemisch wirksam?
So lautete die zentrale Frage des ersten neunerhaus Policy Labs
Verantwortung und Veränderung
Den inhaltlichen Rahmen setzten neunerhaus-Geschäftsführerin Elisabeth Hammer und Christoph Hofinger vom Foresight Institut. Elisabeth Hammer richtete den Blick auf die Verantwortung sozialer Organisationen im Rahmen von aktiver Policy Arbeit, Christoph Hofinger ordnete aktuelle sozialpolitische und gesellschaftliche Entwicklungen empirisch ein. „Was wir derzeit erleben, ist ein Klimawandel im Sozialen: Solidarität wird brüchiger, soziale Probleme werden stärker individualisiert, und Organisationen sollen mit weniger Ressourcen immer mehr auffangen. Wer täglich sieht, wo Systeme nicht mehr funktionieren, trägt auch Verantwortung, dieses Wissen in Veränderung zu übersetzen. Policy-Arbeit ist dafür ein zentraler Hebel“, so Elisabeth Hammer, Geschäftsführerin von neunerhaus. „Wir haben in unserer Gesellschaft nach wie vor viele Gemeinsamkeiten und Konsenspunkte. Diese gemeinsame Basis ist eine große Ressource, wenn es darum geht, Zukunft zu gestalten. Wenn die Ressourcen knapp werden, wird es notwendig sein, Allianzen über Sektoren hinweg zu bilden“, ergänzt Christoph Hofinger.
Impulse und Wirksamkeit
Die Teilnehmer*innen des Policy Labs diskutierten in sechs Arbeitsgruppen zentrale Handlungsfelder für wirksame Policy-Arbeit – von Kooperation und Wissenstransfer über öffentliche Diskurse bis hin zu strukturellen Möglichkeiten und Investitionen in eine soziale Zukunft. Die Diskussionen zeigten, wo bestehende Strukturen Veränderung erschweren und an welchen Hebeln künftig angesetzt werden kann.
„Keine Organisation kann die aktuellen sozialen Verschiebungen alleine auffangen. Wirksam werden wir dort, wo Praxiswissen, Forschung, Verwaltung, Politik und Wirtschaft gemeinsam an Rahmenbedingungen arbeiten. Das Policy Lab hat gezeigt: Wissen und Ideen sind vorhanden. Entscheidend ist jetzt, wie wir die Gegenwart von einer sozialen Zukunft her denken und konkrete nächste Schritte für innovative Lösungen machen.
Fazit Elisabeth Hammer zum neunerhaus Policy Lab
















