Das war die exPEERience 2026 im Wiener Rathaus

Bild: Elisabeth Hammer, neunerhaus Geschäftsführung, Michael Herzog, Peer am neunerhaus Peer Campus und FSW-Geschäftsführung Susanne Winkler eröffneten die exPEERience 2026 (v.l.n.r). Foto: FSW

Fonds Soziales Wien und neunerhaus zeigen: So geht erfolgreiche Peer-Arbeit in der Wohnungslosenhilfe. Seit 2019 bildet neunerhaus in einem Zertifikatskurs gemeinsam mit dem Fonds Soziales Wien (FSW) ehemals obdach- und wohnungslose Menschen zu Peer-Mitarbeiter*innen der Wohnungslosenhilfe aus. Bei der Fachtagung exPEERience im Wiener Rathaus wurden die Ergebnisse einer neuen Studie zur Wirksamkeit der Peer-Arbeit präsentiert.

Studie zeigt: Erfahrungswissen, Beziehungsarbeit und Vertrauensaufbau sind Kern der Peer-Arbeit

Im Fokus der mittlerweile fünften exPEERience stehen die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Peers und Partizipation“, die vom Forschungsteam der Hochschule Campus Wien präsentiert wurden. Die Erfahrungen aus der Peer-Arbeit in Einrichtungen der Wiener Wohnungslosenhilfe lieferten die Inhalte für die Forschung. Vor Ort tauschten sich Peer-Mitarbeitende – also ehemals obdach- oder wohnungslose Personen – dazu mit Nutzer*innen sowie Mitarbeiter*innen und Führungskräften der Wiener Wohnungslosenhilfe über Praxis, Wirksamkeit und Partizipation in der Peer-Arbeit aus. Die qualitative Studie mit 103 Personen aus 37 Einrichtungen zeigt: Erfahrungswissen, Beziehungsarbeit und Vertrauensaufbau bilden den Kern der Peer-Arbeit. Gespräche mit Peers werden als persönlicher, erfahrungsnäher und in Krisen zugänglicher erlebt. Niederschwellige Kontakte und Begleitungen helfen, Hürden und Ängste abzubauen und den Zugang zu Unterstützung zu erleichtern.

exPEERience 2026: Wirkung und Teilhabe

Die Veranstaltung eröffneten FSW-Geschäftsführerin Susanne Winkler, neunerhaus-Geschäftsführerin Elisabeth Hammer gemeinsam mit Peer-Mitarbeiter Michael Herzog. Sozialstadtrat Peter Hacker anlässlich der fünften exPEERience: „Wohnungslosenhilfe ist weit mehr als Hilfe in der akuten Notlage. Unser Ziel ist, Menschen dabei zu unterstützen, wieder selbstbestimmt auf eigenen Beinen zu stehen. Peer-Arbeit macht Mut, weil sie zeigt, dass ein Weg aus der Wohnungslosigkeit möglich ist. Davon profitieren nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die Angebote der Wiener Wohnungslosenhilfe. Gleichzeitig kann die Peer-Arbeit in der Wohnungslosenhilfe auch für andere Bereiche zum Vorbild werden“.

„Peer-Arbeit bringt eine wertvolle Perspektive in die Wohnungslosenhilfe ein: Menschen, die selbst Wohnungslosigkeit erlebt haben, können mit ihrem Erfahrungswissen Vertrauen schaffen, Orientierung geben und anderen Betroffenen den Zugang zu Unterstützung erleichtern. Gleichzeitig eröffnen die Ausbildung und Beschäftigung als Peer neue berufliche Perspektiven und stärken die Teilhabe. Die Ergebnisse der Studie zeigen, wie wichtig es ist, diese Erfahrungen und Kompetenzen in die Angebote der Wohnungslosenhilfe einzubinden. Gemeinsam mit neunerhaus setzen wir uns dafür ein, Peer-Arbeit zu verankern und ihre Potenziale weiterzuentwickeln“, betont FSW-Geschäftsführerin Susanne Winkler.

„Mit der exPEERience zeigen neunerhaus und FSW einmal mehr, dass Peer-Arbeit in Theorie und Praxis wirkt und einen Stellenwert in den Angeboten der Wohnungslosenhilfe hat, der nicht mehr wegzudenken ist. Partizipation von Peers steht nicht nur für die Zusammenarbeit zwischen den Teams und unterschiedlichen Berufsgruppen, sondern auch für den Zugang von ehemals obdach- und wohnungslosen Menschen zum Arbeitsmarkt. Beides ist uns gelungen, darauf sind wir stolz“, so Elisabeth Hammer, neunerhaus Geschäftsführung.

Peer-Arbeit als berufliche Perspektive

Die Studie unterstreicht auch die Bedeutung von Peer-Ausbildung und -Beschäftigung für den beruflichen Weg: Insgesamt haben bisher 135 Personen den Zertifikatskurs Peers der Wohnungslosenhilfe absolviert, rund 70 sind derzeit in 11 Organisationen der Wiener Wohnungslosenhilfe angestellt. Allein bei neunerhaus arbeiten 13 Peer-Mitarbeiter*innen und ergänzen die Teams in den unterschiedlichen Angeboten. Der Zertifikatskurs Peers der Wohnungslosenhilfe wurde 2017/2018 gemeinsam von neunerhaus und dem FSW entwickelt und wird durch den FSW gefördert.


Peers erzählen ihre Geschichte

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